2019 – das Jahr der Kindertagespflege?

Das Jahr 2019 steht in den Startlöchern –lassen Sie es ein ganz besonderes Jahr werden!

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Ab dem zweiten Lebensjahr wollen wir ab dem Jahr 2020 ebenfalls monatlich 100 Euro pro Kind zweckgebunden an Eltern gewähren, die tatsächlich Kinderbetreuungsbeiträge mindestens in dieser Höhe (etwa für Krippe und Tagesbetreuung) zahlen. Die Auszahlung erfolgt zentrala durch das Zentrum Bayern Familie und Soziales bei Vorlage eines Nachweises der Einrichtung über die Inanspruchnahme der Krippen- oder Tagesbetreuung.“

Dass im Bereich der Kinderbetreuung etwas geschehen muss, ist offensichtlich. Dass die Forderung nach Qualität immer lauter wird und noch etliche Plätze fehlen, auch. Geld steht nur eingeschränkt zur Verfügung und Fördergelder müssen möglichst sinnvoll verteilt werden.

Wir haben einen innovativen, kostengünstigen, qualitativ hochwertigen und familiären Vorschlag: Fördern Sie die Kindertagespflege!

„Wir sind eine Familienkoalition, die sich um frühkindliche Förderung, vorschulische Betreuung und Ganztagsangebote in der Schule kümmert.“

In der bayerischen Kindertagespflege steckt soviel Potenzial, dass Sie durch die gute Formulierung des Koalitionsvertrages optimal fördern können. Sie können die Kleinkind- und die Schulkindbetreuung und außerdem die (Randzeiten-) Betreuung von Kindergartenkindern unter einen Hut bekommen, wenn Sie die Fördergelder geschickt einsetzen.

„Um den frühkindlichen Bereich zu entlasten, wollen wir flexible Modelle, insbesondere die Kindertagespflege, stärken. Wir finanzieren in den nächsten fünf Jahren 2.000 zusätzliche Tagespflegepersonen, auch um eine bessere Abdeckung von Tagesrandzeiten und in den Ferien noch bessere Betreuung zu ermöglichen. Gemeinsam mit den Kommunen wollen wir hier neue Wege gehen.“

Die Grundsteine sind dafür bereits gelegt.

– Die Kindertagespflegepersonen in Bayern dürfen Kinder von 0-14 Jahren betreuen.

– Die Eltern sind sehr zufrieden mit der Betreuung durch eine Tagesmutter oder einem Tagesvater.

Eltern waren in der Regel zufrieden mit der Betreuungssituation. Dabei schnitt die Betreuung in der Kindertagespflege etwas besser ab als die Betreuung in Kinder-tageseinrichtungen.“ (Quelle: Fünfter Bericht zur Evaluation des Kinder-förderungsgesetzes (KiföG-Bericht 2015)

– Die Kinder werden nach dem bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan individuell gefördert.

– Die Kinder werden meist in einem zu Hause betreut, in einem familiären Umfeld – die Betriebskosten für die Kommunen halten sich also in Grenzen

– Eine Vertretungsregelung muss bestehen.

Die Fördergelder, die für die gesamte Kinderbetreuung zur Verfügung stehen, landen leider in den wenigsten Fällen bei den Kindertagespflegepersonen. Das Gute-Kita-Gesetz gibt Ihnen die Möglichkeit Plätze zu schaffen, die Qualität zu steigern, allgemein umzudenken und mal was ganz Neues auszuprobieren! Richtig in die Kindertagespflege zu investieren! Kinder könnten von Geburt bis ins Schulalter von der gleichen Bezugsperson betreut werden. Die kleine Gruppe ist, besonders für die Kinder U3, sehr gut geeignet. Aber auch Kindergartenkinder profitieren wahnsinnig von der individuellen Betreuung, der Zeit der Betreuungsperson und der Aufmerksamkeit, die in der Kleingruppe möglich ist. Schulkinder können nach der Schule zur Ruhe kommen, können in ein zu Hause kommen, dort mit Freunden ein frisches Mittagessen zu sich nehmen, in der Kleingruppe Hausaufgaben machen und dann draußen spielen, am örtlichen Vereinsleben teilnehmen und die Kindheit genießen.

„Wir bauen das Angebot an Kinderbetreuung weiter aus. Wir schaffen 42.000 neue Betreuungsplätze bis 2023 für Kinder von null bis sechs Jahren. Auch danach werden wir kontinuierlich den Ausbau der Kinderbetreuung fortsetzen, um wachsende Bedarfe abzudecken. Die unterschiedlichen Situationen in Stadt und Land nehmen wir dabei besonders in den Blick.“

Eine Investition in die Kindertagespflege könnte so aussehen:

– Förderung des Curriculum mit 300 Unterrichtseinheiten zur Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen um die fachliche Qualität sicher zu stellen.

– Weiterleitung der Fördermittel des Bundes für Investitionen und Förderprogramme

– Gelder für Ausstattung, Renovierung und Betriebskosten der Kindertagespflegeperson

– eine ausreichende und gerechte Bezahlung der Kindertagespflegepersonen

– gute Lösungen für die Vertretung im Krankheitsfall – hier fehlt oftmals nur das Geld und der Wille der Kommunen

– keine Benachteiligung der Eltern die die Kindertagespflege wählen. Weder beim Elternbeitrag noch in der künftigen Kindergartenplatzsuche.

– keine Benachteiligung der Kindertagespflege seitens der Landesregierung (z. B. in Zukunft gleich hohe kindbezogene Förderung, gleich hoher Basiswert und Gewichtungsfaktor)

Jetzt sind Sie gefragt. Sie haben die Möglichkeit relativ kostengünstig und schnell viele neue Betreuungsplätze für Kinder von 0-14 Jahren zu schaffen. Die Gelder stehen zur Verfügung. Sie haben es in der Hand.

Mit freundlichen Grüßen

Jennifer Hartmann

Qualifizierte Kindertagespflegeperson und staatlich anerkannte Erzieherin, ich betreue derzeit 6 Kinder zwischen 1,5 und 2,5 Jahren, immer 5 Kinder gleichzeitig von 7-14:30 Uhr, ohne Pause. Bis mindestens 15;30 Uhr brauche ich um aufzuräumen, vorzubereiten oder nachzubereiten. Manchmal betreue ich vor der Schule Schulkinder oder Kindergartenkinder am Nachmittag, wenn der Trubel in der großen Gruppe ihnen zu viel ist (diese nehmen aber einen vollen Platz in Anspruch, obwohl sie nur kurz bei mir sind). Ich betreue meine Tageskinder manchmal bis abends, wenn die Eltern berufliche Termine haben. Mein Einkommen reicht trotzdem nicht, um ausreichend für das Alter vorzusorgen.