Stand der Dinge – es gibt viel zu tun!

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

wir sind im Sommerstress, im Abschiedstress, im Eingewöhnungsstress, im Schulstress, im Urlaubsstress und allgemein am Ende unserer Kräfte für dieses Schuljahr. Trotzdem sind wir nicht untätig. Wir wollen ein kurzes Statement zum derzeitigen Stand der Dinge geben.

Ariane Schneider-Müllenstädt hat die wichtigsten Punkte in ihrer Email zusammengefasst:

  1. Vernetzung aller Interessenten
  2. Errichten einer eigenen Homepage für den Arbeitskreis Petition oder Arbeitskreis KTP
  3. Errichten einer eigenen Seite auf Facebook
  4. Aufklärungsarbeit auf diesen Seiten, Aktualisierungen
  5. Presseartikel schreiben und bundesweit sowie regional anbieten
  6. Kontakte mit Politikern, Wahlkampf nutzen, Bundestagsfraktionen sowie jeder vor Ort!

Das und noch vieles mehr steht auf unserer Agenda.

Die Berufsvereinigung entwirft gerade einen Entwurf für das SGB VIII, der dann veröffentlicht und natürlich an die verantwortlichen Stellen weitergereicht wird.

Wir vom Arbeitskreis Petition haben eine Frage für Politiker zusammengebastelt, die wir demnächst auf www.abgeordnetenwatch.com den Verantwortlichen Politikern stellen werden.

Wir gehen auf Politiker aller Ebenen zu und informieren sie. Eine Kollegin aus Schweinfurt hatte tolle Gespräche mit Politikern auf Bundes- und Landesebene (Bayern). Kollegen aus NRW hatten ebenfalls ein sehr wichtiges Treffen mit Politikern aller Ebenen. Baden-Württemberg hat eine Kampagne zur Bundestagswahl gestartet. „Ich hab die Kindertagespflege auf dem Schirm“, außerdem sammeln sie Geld für eine Studie zur Bezahlung: https://www.kindertagespflege-bw.de/

Kindertagespflegepersonen schließen sich zusammen, beschweren sich, machen auf sich aufmerksam, gehen auf Politiker zu und schildern ihre Probleme.

Ich höre immer noch von Politikern, dass sie Postkarten von uns erhalten haben, dass sie auf FB von unseren Problemen lesen! Wir sind schon mehr in den Köpfen der Leuten als noch vor einem Jahr. Wir arbeiten uns nach vorne!

Wir brauchen eure Unterstützung weiterhin! Wir brauchen die Gespräche mit Politikern, die Vernetzung der KTPP, die Aufklärung der Menschen, die Öffentlichkeitsarbeit im Internet und in der realen Welt, wir brauchen die Presse usw. Wer hat Kontakte zur Presse?` Wer kennt Politiker persönlich? Wer kann positiv auf uns aufmerksam machen? Wer unterstützt uns? Hand in Hand schaffen wir das! Wir müssen alle Landesverbände, alle Vereine zusammen bringen! Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, erreichen wir auf Bundesebene weniger als wenn wir alle zusammen arbeiten!

Wir sind noch lange nicht am Ziel, aber auf dem besten Weg dorthin!

Tagesmutterplaner von Doris Kaul 2017/2018

Ich hatte das Vergnügen und durfte den Tagesmütter -väterplaner von Doris Kaul testen. Er ist ein richtiges Buch! Deshalb habe ich auch etwas länger gebraucht. Man kann unendliche viele Dinge eintragen, es gibt Kopiervorlagen für Beobachtungen etc. und für jede Woche eine Doppelseite. Dieser Planer erinnert an viele Dinge und erleichtert der Kindertagespflegeperson die Buchhaltung. Es kann genau eingetragen werden, welches Kind wann wie lange betreut wurde, welche Eltern wann das Essensgeld für wie viele Mahlzeiten bezahlt haben usw.

Aber jetzt mal von vorne. (mehr …)

Um was geht es hier?

Ich war gestern etwas erschüttert, betroffen und auch traurig, dass mir nachgesagt wird, ich habe Dollarzeichen bzw. eher Eurozeichen in den Augen. Ich will Geld Geld Geld. Ich frage mich: Spreche ich chinesisch? Haben mir die betreffenden Personen nicht zugehört oder nichts von mir gelesen? Oder drücke ich mich so undeutlich aus? (mehr …)

Fachtag Kindertagespflege am 20.05.17 in Leipzig

„Leipzig, ein geschichtsträchtiger Ort?!

Zur Erinnerung: Als Folge der anhaltenden friedlichen Massendemonstrationen im Jahre 1989 wurden die innerdeutschen Grenzen geöffnet und die Wiedervereinigung vollzogen.

Mit Hartnäckigkeit und Solidarität kann man viel bewegen! Das können wir Kindertagespflegepersonen auch!“ (mehr …)

Zusammen sind wir stärker!

Es ist sehr schwierig für mich diese Zeilen zu schreiben. Zum einen, weil ich sehr erschüttert über die Anfeindungen bin, die mich in den letzten Tagen getroffen haben und zum anderen, weil ich versuche die richtigen Worte zu finden und das nicht leicht ist. Wie wir gesehen haben, ist es völlig egal, wie gut und nett es jemand meint, die Worte können einem einfach im Mund verdreht werden und schwupps ist man der Böse. (mehr …)

Liebe Regierung – wir sind keine 2. Wahl!

Liebe Politiker, liebe Familien und liebe Kollegen,

ich weiß gar nicht, wie ich freundlich auf so ein Wahlprogramm antworten soll.

„Statt Tagespflege als Notlösung Kitas bedarfsgerecht ausbauen

Obwohl seit 2013 alle Kinder einen Rechtsanspruch haben, fehlen in NRW noch immer über 100.000 Kitaplätze für Kinder unter 3 Jahren. Gerade in den ärmeren Städten und Gemeinden werden immer mehr Kinder in der Tagespflege statt in der Kita untergebracht. Tagespflege durch Einzelpersonen in der Privatwohnung kann mit einer viel zu kurzen Qualifizierung von 160 Stunden und ohne verbindliche Qualitätsstandards kein Ersatz für einen Kitaplatz sein. Großtagespflegeeinrichtungen müssen dringend in Kitas mit pädagogischen Standards und sozialer Absicherung für die Beschäftigten umgewandelt werden. Tagesmütter sollen im Rahmen einer Ausbildungsoffensive für Erzieher*innen Weiterbildungsangebote erhalten.

Was tun?
– Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für jedes Kind in jeder Altersgruppe umsetzen

– Ausbildungsoffensive für Erzieher*innen, Weiterbildungsangebote für Tagesmütter

– Tagespflegeplätze ab sofort schrittweise in Kitaplätze umwandeln […]

(Quelle (kann ich die jetzt angeben oder ist das schädlich für die Partei?: (Wahlprogramm die Linke-NRW)

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Manuela Schwesig und die ignorierte Kindertagespflege

Im persönlichen Gespräch mit Manuela Schwesig sagte sie mir, dass sie immer auch die Kindertagespflege meint, wenn sie Kita sagt. Sie macht da keinen Unterschied. In der Rede vom 28.4.17 zum Kita-Ausbau wird die Kindertagespflege mit keinem Wort erwähnt. Frau Schwesig dankt in Ihrer Rede den Erziehern für ihre tolle Arbeit. Ich hoffe sehr, dass sie damit auch sagen will, sie dankt den 44.000 Kindertagespflegepersonen, die viele Kommunen derzeit vor einer Klagewelle retten. (mehr …)

Kindertagespflege – 2. Wahl?!

Gerade häufen sich in den Internetforen die verzweifelten Anfragen von Eltern, die noch einen Betreuungsplatz für ihr Kind ab September suchen. Gerade haben die Krippen und Kitas ihre Absagen verschickt. Jetzt häufen sich auch die Anfragen bei den Kindertagespflegepersonen. Ich möchte aber keine 2. Wahl sein. Ich erkläre euch warum. (mehr …)

Wir sind gut für die Kinder und Familien – wir fordern mehr Gerechtigkeit!

Warum tun wir all diese Dinge? Warum haben wir die Petition gestartet, die inzwischen fast 44.000 Menschen unterschrieben haben? Warum führen wir Gespräche mit Politikern und organisieren den Fachtag Kindertagespflege zur Reform des SGB VIII? Warum starten wir die Postkartenaktion um auf unsere Situation aufmerksam zu machen?

Weil einfach vieles in der Kindertagespflege richtig unfair läuft. Für uns Kindertagespflegepersonen, für die Eltern und für die Kinder. Wenn man so manche Dinge hört, denkt man sich „das kann nicht sein, das muss mein Scherz sein“. Es sind viele Absurditäten, die aber tatsächlich so passieren. In ganz Deutschland.

Fangen wir mal bei den Fördergeldern an. Vom Bund werden die Fördergelder auf die Länder verteilt. Bayern hat die Fördergelder bis vor ein paar Jahren noch einigermaßen gerecht verteilt. Der Basiswert zur Berechnung der Fördergelder war für Kitas und Kindertagespflege gleich. Das hat sich aber geändert. Der Basiswert ist nun für die Kitas höher. Weil man die Qualität steigern will, war mal eine Begründung. Heißt das, dass die Qualität in der Kindertagespflege sowieso schon gut ist?! Oder warum muss man diese nicht mehr fördern?

Dieser Basiswert in Bayern wird nun mit Gewichtungsfaktoren multipliziert. Für Kinder in der Krippe wird dieser Betrag mit 2,0 mulipliziert. Für Kinder in Kindertagespflege mit 1,3. D. h. ein niedrigerer Ausgangswert wird mit einem niedrigeren Gewichtungsfaktor multipliziert. Am Ende sind es um die 300 Euro weniger Fördergelder für die Kindertagespflege, die bei den Trägern ankommen. Warum? Weil Kitas teurer sind? Warum fördert man dann die Kindertagespflege nicht mehr?!

Eigentlich sollten Kita und Kindertagespflege gleichwertig behandelt werden. Manche Kommunen oder sogar ganze Bundesländer haben die Regel, dass zuerst die Kita-Plätze belegt werden müssen und man dann erst Anspruch auf einen Platz in der Kindertagespflege hat. Dass kein Platz in einer Krippe frei ist, muss man mancherorts alle 3 Monate nachweisen. Diese Regel dient wirklich nicht dem Wohl der Kinder und den Familien. Gerade für kleine Kinder ist die Bindung zur Betreuungsperson enorm wichtig für die Entwicklung. Ein Wechsel der Bezugsperson ist im Normalfall nie gut. Dass die kleine Gruppe, das familiäre Umfeld und die feste Bezugsperson ziemlich perfekt für kleine Kinder ist, ist wohl noch nicht überall angekommen.

In der Kita ist es (meist) ohne Nachweis möglich, dass die Eltern mehr als die Buchungsstunden, die der örtliche Rechtsanspruch umfasst, buchen.In der Kindertagespflege dürfen die Eltern meist 20 bis 25 Stunden ohne Nachweis buchen. Eine Familie, die gerade ihr 2. Kind erwartet, muss so z. B. von den vorherigen 40 Stunden auf 25 herunter stufen, weil die Kommune die 40 Stunden nicht mehr fördert. Für die Kindertagespflegeperson ein großer finanzieller Nachteil, wenn sie ihren Verlust nicht auf die Eltern umlegt. Dann hätten die Eltern einen großen Nachteil gegenüber Eltern, die ihr Kind in einer Kita betreuen lassen.

Mancherorts sind die Elternbeiträge doppelt so hoch wie die Elternbeiträge in der Kita. Dafür ist es meist so, dass es keine verlässliche Krankheitsvertretung in der Kindertagespflege gibt, obwohl das SGB VIII dies eindeutig vorschreibt.

Es kommt vor, dass die Beiträge für Kindertagespflege und Kitas von den städtischen Trägern erhöht werden, weil die Erzieherinnen in den Kitas nun mehr verdienen.

Die Selbstständigkeit ist ein großes Thema. Wir lieben es Selbstständig zu sein. Wir wollen selbst entscheiden können, welches Kind wir in unseren Räumlichkeiten betreuen, nach welchem Konzept wir arbeiten und wie lange wir arbeiten. Eine Selbstständigkeit umfasst im Normalfall viele andere Punkte, die eine Kindertagespflegeperson nicht betreffen. Wir können unser Einkommen nicht selbst bestimmen. Die Kommunen zahlen unser Entgelt und verbieten uns meist Zuzahlungen zu nehmen mit der Begründung, dass die Eltern keinen Nachteil gegenüber den Kitas haben sollen. Schöner Grund. Wollen wir auch nicht. Wir wollen aber tatsächlich von unserem Beruf leben können! Die Kommunen zahlen nicht selten so wenig, dass eine Aufstockung mit Hartz IV nötig ist. Viele Kindertagespflegepersonen bekommen weniger als den Mindestlohn. Die Jugendämter bestimmen die Kündigungsfristen. Diese sind oftmals so kurz, dass es nicht möglich ist in dieser Zeit den Platz neu zu besetzen. Eine Kindertagespflegeperson hat die Möglichkeit zusätzlich Privatverträge abzuschließen (manche Jugendämter denken, sie könnten dies verbieten), die Kündigungsfristen etc. gesondert regeln.

Dadurch, dass die Kindertagespflegeperson in vielen Kommunen einen Vertrag mit dem Träger der Jugendhilfe unterschreiben muss, um als Kindertagespflegeperson Geld für die Betreuung der Kinder zu bekommen, kann sich diese kaum gegen die Bedingungen wehren. Ich habe es versucht und das Würzburger Gericht sagte mir, dass das Jugendamt von mir verlangen kann diesen Vertrag zu unterschreiben, auch wenn er für mich Nachteile hat. So ist es mir z. B. laut diesem Vertrag gar nicht möglich einer Familie zu kündigen. Kündigen kann nur die Familie oder das Jugendamt.

Aber zurück zur Selbstständigkeit. Jeder Selbstständige darf sein Einkommen selbst bestimmen. Er berechnet die Arbeitszeit, das Material, die Vor- und Nachbereitung, die Fahrkosten, er rechnet Rücklagen und Anschaffungen etc. mit ein. Bei uns ist das alles nicht berücksichtigt. Bezahlt wird die Arbeit am Kind und die Sachkosten. Ein Großteil der Kindertagespflegepersonen kann von dem Geld, das sie vom Jugendamt bekommen, keine Rücklagen bilden, da können nie und nimmer Vor- und Nachbereitung mit Abgedeckt sein, da kann auch kein Risiko mit eingerechnet sein. Dafür ist dann wieder unser reicher Ehemann zuständig.

In manchen Kommunen bekommt eine Kindertagespflegeperson ab dem Monat, in dem das Kind 3 Jahre alt wird, weniger Geld. Das Kind macht ja ab nun weniger Arbeit. Oder? Der Platz ist trotzdem voll besetzt und die Kindertagespflegeperson hat wieder einen finanziellen Nachteil.

Kindergartenkinder dürfen oft nur in Randzeiten von einer Kindertagespflegeperson betreut werden. D. h. erst nach den Schließzeiten der Kita. Für viele Kinder ist aber ein ganzer Tag im Kindergarten sehr anstrengend und sie würden die kleine Gruppe am Nachmittag sehr genießen.

Eine Kindertagespflegeperson ist von vorne herein als nebenberuflich selbstständig bei den Krankenkassen eingestuft. Obwohl sie oft bis zu 50 Stunden in der Woche arbeitet. Die Einstufung liegt an der Höhe des Einkommens. Es ist einfach meist zu wenig um eine hauptberufliche Versicherung zu zahlen. Deshalb gibt es für Kindertagespflegepersonen diese Sonderregelung. Es ist bei manchen Krankenkassen möglich sich hauptberuflich versichern zu lassen. Einfach ist es nicht ,aber wohl machbar. Der Beitrag für die Versicherung ist dann natürlich deutlich höher und diesen Luxus können sich nicht viele Kindertagespflegepersonen leisten. Das ist tatsächlich ein Luxus, weil wir als nebenberuflich Selbstständige nämlich keinen Anspruch auf Krankengeld oder Mutterschaftsgeld haben. D. h. wenn wir krank sind, bekommen wir kein Geld von der Versicherung. Wenn wir ein Kind bekommen, müssen wir von unseren nicht vorhandenen Rücklagen leben – oder noch besser: vom gut verdienenden Ehemann, der in einigen Kommunen Voraussetzung für die Tätigkeit als Kindertagespflegeperson ist („gesichertes finanzielles Einkommen“ muss vorhanden sein).

Einige Kommunen zahlen der Kindertagespflegepersonen 30 Ausfalltage (Urlaub oder Krankheit). Das ist super. Als Selbstständige haben wir nämlich keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Allerdings wird ab dem 31. Tag Krankheit oder Urlaub nicht mehr gezahlt und die Krankenversicherung zahlt ja auch nicht. Ziemlich ungünstig, wenn man für längere Zeit ausfällt. Dann muss eine Kindertagespflegeperson eben ohne Stimme oder mit gebrochenen Bein arbeiten – oder ihren Job an den Nagel hängen.

Ein ganz großes Problem ist, dass die Kitas häufig einen enormen Druck auf die Eltern ausüben. Oftmals wird den Eltern gesagt, dass sie entweder jetzt den Kindergartenplatz nehmen oder sie gar keinen bekommen werden, oder dass das Kind zuerst in die Krippe muss, damit es irgendwann in den dazugehörigen Kindergarten gehen kann.

Ein ganz neues Feld, mit dem ich gerade in Berührung komme, ist die offene Ganztagsschule. Sehr offen ist diese aber meist nicht. Wenn eine schichtarbeitende Mutter an ungefähr 6 Tagen im Monat die eigentlich gebuchte Zeit von 14 Uhr nicht einhalten kann, muss das Kind selbstverständlich den ganzen Monat bis 16 Uhr gebucht werden und auch bleiben! Eine vorzeitige Abholung ist nicht möglich. Wer bis 16 Uhr bucht, bleibt auch bis 16 Uhr. Bei uns im Ort können die Eltern bis 14 Uhr oder bis 16 Uhr buchen. Dazwischen kann kein Kind gehen. Eltern, die bis 14 Uhr arbeiten sehen ihre Kinder also erst um 16 Uhr. Es gibt eine Hausaufgabenbetreuung, das bedeutet, dass die Kinder die Möglichkeit haben Hausaufgaben zu machen. Sie werden nicht auf Richtigkeit oder Vollständigkeit überprüft.

Auch bei den Kindern ab 6 Jahren ist es wieder so, dass die Einrichtungen Vorrang haben.Die Kinder dürfen erst zu einer Kindertagespflegeperson, wenn die Einrichtung die gewünschten Zeiten nicht abdeckt, voll ist oder das Kind einen besonderen Förderbedarf hat. Wenn es aber einfach das Beste für das Kind wäre, am Nachmittag bei jemanden zu Hause zu sein, mit jemanden in kleiner Runde zu Mittag zu essen und im kleinen Rahmen die Hausaufgaben mit jemanden zusammen zu machen, der Dinge erklären kann, der helfen kann und einfach nur da ist, ist das nicht möglich. Ich betreue ab September dieses Kind, dessen Mutter an 6 Tagen im Monat bis 14 Uhr arbeiten muss. Dieses Kind kommt nun an genau diesen 6 Tagen zu mir und ist an allen anderen Tagen bis 14 Uhr im der Ganztagsschule anstatt bis 16 Uhr. Die Mutter muss mir dieses Geld aber privat zahlen, weil das Jugendamt diese Betreuung nicht fördert, weil das Kind ja auch in der Schule betreut werden könnte. Familienfreundlich? Flexible? Zum Wohl des Kindes? Das sei mal dahingestellt.

Ich könnte noch stundenlang weiter schreiben. Aber das liest ja keiner… Gerne könnt ihr mir eure Erfahrungen oder Widersinniges HIER als Kommentar unter den Beitrag schreiben.

Zusammengefasst sind unsere Probleme also:

  • zu wenig Bezahlung
  • Benachteiligung bei der Vergabe von Fördergeldern
  • Benachteilung gegenüber Krippen
  • Benachteiligung bei der Vergabe eines Kindergartenplatzes (für die Eltern und dadurch unser Problem)
  • Einrichtungen haben Vorrang
  • Benachteiligung der Eltern bzgl. Buchungszeiten
  • Träger halten sich nicht immer an die Gesetze (Siehe Krankheitsvertretung)
  • Krankenversicherung

Wir brauchen:

  • eine Gleichstellung mit den Einrichtungen, was bedeutet:

    • gleiche Elternbeiträge
    • gleicher Anspruch was die Buchungszeiten betrifft
    • Krankheitsvertretung
    • gleiche Fördergelder für die Träger
    • Wahlrecht für die Eltern
    • keine Benachteiligung bei der Platzvergabe
  • eine gerechte Bezahlung

    • die Krankheit möglich macht
    • die eine ausreichende Krankenversicherung ermöglicht
    • die unser Risiko als Selbstständige absichert
    • die Vor- und Nachbereitung berücksichtigt
    • die uns ermöglicht, von unserer Arbeit zu leben (auch ohne reichen Ehemann!)