Lassen Sie uns nicht hängen!

Sehr geehrte Damen und Herren,


die Lage der 44.000 Kindertagespflegepersonen in Deutschland ist mehr als brenzlig. Viele von uns haben Existenzängste und das aus gutem Grund. Die Politik der Länder und Kommunen erschwert uns unsere Arbeit dermaßen, dass eine Großzahl der Kindertagespflegepersonen oft nur noch um das Überleben in der Branche kämpft.

Viele Kindertagespflegepersonen in Deutschland können, trotz Vollzeitarbeit, nicht von ihrem Geld leben. Die Jugendämter zahlen zu wenig, weil sie uns nach der derzeitigen Gesetzeslage (SGB VIII § 23) nicht ausreichend bezahlen müssen.

Ende 2018 läuft die Sonderregelung mit den Krankenversicherungen aus, die es uns ermöglicht, trotz unserer vollberuflichen Tätigkeit, als nebenberuflich selbstständig bei der Krankenkasse eingestuft zu sein. Mehr Versicherungsbeiträge können sich viele von uns nicht leisten. Somit haben wir auch keinen Anspruch auf Krankengeld und Mutterschaftsgeld. Genug Gewinn um Rücklagen bilden zu können, haben die meisten von uns ebenfalls nicht. Wir wollen gerne hauptberuflich mit Anspruch auf Krankengeld versichert sein! Wir können es nur nicht bezahlen. Eine Vielzahl von Kindertagespflegepersonen wird also 2019 aufgeben müssen, wenn wir bis dahin nicht angemessen verdienen.

Die ungerechtfertigte Bevorzugung von Betreuungseinrichtungen macht vielen das Leben schwer. Krippen, Kindergärten und Ganztagsschulen haben oft Vorrang bei der Betreuung von Kindern. Während es kaum noch möglich ist, Schulkinder mit staatlicher Förderung zu betreuen, ist es in Ausnahmefällen noch möglich Kindergartenkinder zu betreuen. Gerade für Kinder unter 3 Jahre ist die Betreuung durch eine feste Bezugsperson, in einer Kleingruppe, individuell und flexibel und auch noch familiär sehr sinnvoll und gut! Leider bevorzugen die Kommunen oft die Kitas gegenüber der Kindertagespflege, was zur Folge hat, dass die Eltern einen Nachweis vorlegen müssen, dass kein Krippenplatz frei war, dass die Eltern viel höhere Beiträge zahlen müssen oder dass die Kindertagespflege gar nicht gefördert wird.

Wir brauchen hier dringend eine tatsächliche Gleichstellung! Wir bieten Kindern und ihren Familien in allen Bereichen eine altersgerechte Betreuung und Förderung. Die derzeitige Formulierung des SGB VIII lässt den Kommunen noch zu viel Spielraum.

Es ist so einfach eine qualitativ hochwertige, familienfreundliche, flexible, individuelle und kindgerechte Betreuung sicherzustellen – mit der Kindertagespflege! 

Wir ermöglichen den Eltern tatsächlich Familie und Beruf unter einem Hut zu bringen und bieten den Kindern gleichzeitig ein zweites zu Hause, in dem sie sich geborgen und sicher fühlen. Wir können die Kinder in der Kleingruppe so gut fördern und ihnen die Welt zeigen.

Wir brauchen Sie, damit wir diese Art der Betreuung

auch weiterhin anbieten können.

  • Setzen Sie bitte eine Untergrenze für die Bezahlung fest, damit alle Kindertagespflegepersonen bei einer Vollzeitarbeit von dieser Arbeit leben können (Der Bundesverband für Kindertagespflege e. V. Hat ein Modell dazu veröffentlicht)
  • Streichen Sie bitte das Wort „Anerkennung“ (der Förderleistung) aus dem SGB VIII § 23. Wir brauchen eine echte Bezahlung für unsere Arbeit.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass wir den Kitas , in Bezug auf Fördergelder, Elternbeiträge und Buchungszeiten gleichgestellt sind. Die Eltern müssen die Wahlfreiheit haben.

Bundesländer wie z. B. Baden-Württemberg oder Hamburg zeigen, dass es sehr wohl möglich ist die Kindertagespflege als gleichberechtigte Betreuungssform anzuerkennen und auch zu fördern. Das ist überall möglich!

Gerne sprechen wir mit Ihnen persönlich über unsere Probleme.

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.