Kindertagespflege – 2. Wahl?!

Gerade häufen sich in den Internetforen die verzweifelten Anfragen von Eltern, die noch einen Betreuungsplatz für ihr Kind ab September suchen. Gerade haben die Krippen und Kitas ihre Absagen verschickt. Jetzt häufen sich auch die Anfragen bei den Kindertagespflegepersonen. Ich möchte aber keine 2. Wahl sein. Ich erkläre euch warum.Ich stecke sehr viel Herzblut in meinen Job, wie wohl die meisten meiner Kollegen. Wir sind selbstständig und müssen was für unseren guten Ruf tun. Wir müssen uns anstrengen und was bieten. Schlechte Mundpropaganda können wir uns nicht leisten. Das führt ganz schnell zum Ende der Kindertagespflegekarriere.Wie viele Kollegen auch, biete ich den Eltern und natürlich den Kindern sehr viel. Wir gehen einmal die Woche in die Turnhalle zum Turnen, einmal im Monat auf den Bauernhof, machen jede Woche einen Naturtag und sind jeden Tag draußen. Es gibt gesundes, ausgewogenes Essen, das ich selbst mit Biolebensmitteln koche. Ich habe viel Platz für die Kinder, habe alles kindgerecht eingerichtet und einen schönen Garten. Ich fördere die Kinder nach dem bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan, was bedeutet, dass ich alle Bildungsbereiche fördere. Wir turnen, experimentieren, singen, machen Fingerspiele, wir tanzen, schauen Bücher an, lernen viel über die Natur, malen, basteln, lernen das mit einander umgehen und noch vieles mehr.


Ich betreue 5 Kinder, die fast aufwachsen wie Geschwister. Sie kennen sich gut, weil sie nur 5 sind. Sie helfen einander, nehmen Rücksicht und wissen, was das Kind gerne hat und was nicht. 5 Kinder sind gerade richtig um voneinander lernen zu können und trotzdem noch genug Freiraum zu haben um eigenständig etwas erleben zu können. Ich habe mehr Zeit für jedes dieser 5 Kinder als ich es in der Krippe, in der ich vorher gearbeitet habe, hatte. Ich kann Rücksicht auf die einzelnen Bedürfnisse und Besonderheiten nehmen und spontan handeln, wenn sich diese ändern. Ich muss mich nicht nach einer anderen Gruppe, meinen Kollegen oder sonst jemanden richten. Ich richte mich nach den Kindern. Müde Kinder dürfen schlafen, hungrige dürfen essen und kuschelbedürftige dürfen kuscheln.

Ich betreue eigentlich nur bis 14:30 Uhr, bin aber eigentlich immer für die Eltern da, wenn sie Hilfe brauchen, sei es eine Fortbildung am Nachmittag oder ein wichtiger Arzttermin. Auch können Geschwisterkinder gerne mitten in der Nacht abgegeben werden, wenn das Baby kommt.

Die Eltern haben jeden Tag die Möglichkeit mit ihr zu reden. Oft sitzen wir noch etwas zusammen und besprechen den Tag. Ich schicke den Eltern ab und zu Fotos, wenn wir was Tolles erlebt haben (natürlich mit ausdrücklicher Erlaubnis) und führe Portfoliomappen für die Kinder (auch mit Erlaubnis).

Die Betreuung bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater kostet in Würzburg nicht mal mehr als ein Kitaplatz (in Gerbrunn sogar günstiger). Wir haben eine verlässliche, den Kindern gut bekannte, Vertretung, die kommt, wenn ich krank bin oder sogar wenn ich Urlaub habe und die Eltern die Tage nicht abdecken können. Der Rechtsanspruch gilt auch für die Kindertagespflege.

Da ich bisher auch noch nie ein 4 jähriges Kind betreut habe, haben also auch alle Kinder einen Kindergartenplatz bekommen. Ein Kind mit 3,5 Jahren. Alle anderen vorher und ziemlich zum gewünschten Zeitpunkt.

Ich gebe mir Mühe, ich liebe meine Arbeit, ich schaue darauf, dass die Kindergruppe und die Eltern gut zusammen passen – ich möchte wirklich keine 2. Wahl sein, wenn die Kita abgesagt hat. Und schon gar nicht überbrücke ich, bis ein Krippenplatz frei ist.

Ich möchte, dass meine Arbeit geschätzt und ernst genommen wird. Ich bin keine 2. Wahl!

 

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.

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