Tagesmütter haben eine Vertretung! – Widerlegung Vorurteil Nr. 1

Hui… So viele Vorurteile. Ich habe Kindertagespflegepersonen und Mütter (leider hatte ich keine Möglichkeit viele Väter auf einmal zu fragen) gefragt, was die Vorurteile sind, die sie haben oder denen sie begegnen, wenn sie das Wort Kindertagespflege hören. Einige kannte ich bereits und einige waren völlig neu für mich.


Manche wurden bereits durch die Gesetzgebung ausgeschaltet, aber ob das auch flächendeckend in Deutschland so umgesetzt wird, ist die andere Sache. Hier brauche ich wohl eure Meinung. Schreibt sie doch bitte als Kommentar unter diesem Artikel.

Ich habe versucht alle in einen Artikel zu packen, aber den Roman hätte niemand lesen wollen. Also hier Teil 1:

Einer der am Häufigsten genannten Punkte waren die Ausfalltage.

Eine Tagesmutter könnte Urlaub haben oder krank sein. Natürlich könnte auch eines ihrer Kinder krank sein und sie kann nicht betreuen. Was anscheinend völlig unbekannt ist, ist, dass eine Tagesmutter eine Vertretungsmöglichkeit haben MUSS. Die Jugendämter sind verpflichtet für ALLE Ausfalltage der Kindertagespflegeperson eine Vertretung zu stellen und nicht irgendeine Vertretung, sondern eine, die den Kindern vertraut ist. Es gibt einige Varianten, wie diese Ersatzbetreuung gestaltet werden kann. So gibt es Springer, die zu den Kindertagespflegepersonen nach Hause kommen oder die Kinder können bei der Springerin betreut werden. Eine weitere Variante ist, dass sich mehrere Tagesmütter zusammen schließen und nicht 5 Kinder, sondern 4 betreuen. Dieser freie Platz kann dann ein Vertretungskind in Anspruch nehmen.

In manchen Städten gibt es Stützpunkte, in denen sich die Tagesmütter und Tagesväter treffen. Dort arbeitet dann eine Vertretungskraft, die die Kinder im Krankheitsfall dort im Stützpunkt betreut.

Eine nicht so beliebte Lösung ist, die Kinder in eine Krippe zu bringen, während die Tagesmutter krank ist. Da die Eltern aber oft gezielt die Kindertagespflege wegen der kleinen Gruppe ausgewählt haben, ist das vielen Eltern nicht recht.

Vielen Kindertagespflegepersonen ist es möglich ihren Urlaub weit im Vorraus bekannt zu geben. Ich gebe meine 30 Urlaubstage bereits ein Jahr vorher bekannt. Da jeder Arbeitnehmer mindestens 24 Tage Urlaub hat, sollte das für alle Eltern machbar sein. Wenn es nicht machbar ist, haben die Eltern auch hier wieder einen Anspruch auf Ersatzbetreuung. Außerdem kann man meist mit der Tagesmutter reden. Ich habe z. B. 3 Mütter, die Lehrerinnen sind. Also lege ich selbstverständlich meinen Urlaub in die Schulferien.

Tagesmütter sind eine sehr „gesunde“ Berufsgruppe. Krank sein bedeutet leider für einige noch einen Verdienstausfall und nicht alle haben eine funktionierende Vertretung. Auch wenn eine Tagesmutter in den Seilen hängt, möchte sie gerne arbeiten, damit den Eltern und den Kindern kein zusätzlicher Umstand entsteht (deshalb das Foto oben ;)). Da Kindertagespflegepersonen auch nur Menschen sind, sollten auch sie krank sein dürfen und auch die Kinder der Tagesmutter oder des Tagesvaters. Wenn es keine gut organisierte Vertretung gibt, liegt es an euch Eltern zusammen mit den Kindertagespflegepersonen beim Jugendamt eine verlässliche und vertraute Vertretung für die Kinder einzufordern.

Nach lesen könnt ihr alle Modelle hier:

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.