Unser Donnerstag – Anke Schmietendorf aus Amberg

Guten Morgen,
es ist fünf Uhr! Da jeder Tag bei mir anders läuft, gehe ich kurz in mich und überlege, welchen Tag wir heute haben. Okay, Donnerstag, Krabbelgruppe, fünf Kinder….heißt keine Zeit zum Trödeln.
Ich mach mich fix fertig, packe meine Sachen für alle Fünf. Trinkflaschen, Brote und Aufstrich für`s Frühstück, Obst, Gemüse, Nudeln und vorbereitete Soße für das Mittagessen und den heißgeliebten Joghurt nicht vergessen, Windeln, Tücher, Bastelsachen. Fertig! Sechs Uhr, jetzt wecke ich meinen Sohn (16), der muss heute alleine Frühstücken, da ich um 6.15 Uhr los muss. Nun ja, ich glaube heute ist er ganz froh, gestern Abend war´s ein bisschen später und er ist noch nicht so gesprächig heute Morgen.
Ein Blick aus dem Fenster verrät mir, jetzt aber zackig, die Autoscheiben sind zugefroren, ich muss sie noch freikratzen bevor ich fahren kann.
Pünktlich 6.20 bin ich im Pfarrzentrum, in dem sich unser Krabbelgruppenraum befindet. Donnerstags bin ich die Erste und muss erst mal Durchlüften, dann bereite ich das Frühstück für meine Zwerge vor, schneide Obst und Gemüse, fülle Trinkflaschen. Nun ist es 6.30 und mein erstes Taki kommt. Die Kleine Maus ist fast Zwei und seit über einem Jahr bei mir. In einem kurzen Gespräch mit der Mama, klären wir ob alles okay ist. In der Zwischenzeit ist sie schon auf die Rutsche  geklettert und wartet, dass ich ihr die Hausschuhe anziehe, bevor sie runterrutscht. Das ist unser morgendliches Ritual. Kurz vor sieben kommt der Nächste, er ist schon drei und verlässt mich im September. Mit seinem Papa wird kurz der vorhergehende Tag besprochen, da ich mit Paul eine ordentliche Meinungsverschiedenheit hatte.


Jetzt gibt´s endlich Frühstück und den ersten Kaffee für mich. Um7.30 kommt die Nächste. Sie ist fast 2 ½ und seit letzten September bei mir kommt aber in diesem Jahr auch schon in den Kindergarten. Susi verabschiedet sich von ihren Papa, der wie immer fast im Laufschritt unterwegs ist. Ihm werde ich später eine Whatsapp Nachricht schreiben, falls was anliegt. Kurz darauf kommen meine „Stammkunden“. Die Kinder dieser Familie betreue ich nun seit fast sechs Jahren. Nils ist Zwei und der Charmeur der Truppe. Alle bestehen darauf ihre Hausschuhe auf der Rutsche angezogen zu bekommen.

Jetzt dürfen alle erstmal Spielen, was sie mögen. Heute ist die Autokiste mit den Garagen der Favorit. Der letzte in der Runde kommt um 08:30 Uhr. Felix ist auch schon drei und wird im September in den Kindergarten gehen. Er war die letzten Tage krank und ist noch nicht so gut drauf heute. Um 9 Uhr kommen die ersten Mamas mit ihren Kindern in die Krabbelgruppe. In diesem Fall zwei, von denen ich ab September die Kinder betreuen werde. Beide sind knapp ein Jahr alt und lernen mich und die Kinder schon mal kennen.

Gegen 10 Uhr sind dann alle da, es gibt nun eine Plauderrunde und Kaffee für alle. Ich muss nun meine Truppe erstmal wickeln, danach räumen wir ein bisschen auf und machen einen Stuhlkreis.
Mit unserem Begrüßungslied:

„In der Straße Nr.7, wackelt das Haus, piepst die Maus,
schaut die Lilly zum Fenster hinaus.
Da will das Mäuschen, rein ins Häuschen
Klingelingeling sind die Kinder zu Haus? “

Jetzt gibt es eine Lieder Wunsch Runde und Kniereiterspiele. Nach ca. 15 Minuten sind alle wieder auf Achse und spielen.
Ich bespreche mit den Mamas wie der Erste Hilfe Kurs ablaufen soll, den wir für nächste Woche geplant haben und lasse schon mal Fragen aufschreiben. In der Zwischenzeit richte ich mein Bastelangebot her. Heute stempeln wir Karten mit roter
Fingerfarbe und einer Klo Rolle, die ich zum Herz geformt habe. Die Karten verschenken wir zum Muttertag.

Nachdem alle Kinder wieder von der Farbe befreit sind wird es für mich auch schon höchste Zeit zum Kochen, denn es ist schon 11 Uhr. Es gibt Donnerstag immer Nudeln in jeglicher Variation. Um 11:30 sitzen alle zum Mittagessen am Tisch:

„“Rolle,rolle,rolle, der Tisch der ist so volle,
mein Bauch der ist so leer, der brummt wie ein Bär.
Jetzt brummt er wie ein Hummer, recht guten Hunger.“

Ist unser Tischspruch, „Guten Appetit.
“ Nach dem Essen verabschieden sich die ersten Mamas mit ihren Kindern, die nun müde vom Spielen und Singen sind. Für mich geht es nun nochmal Rund. Abspülen, mit den Kindern aufräumen, Staub saugen, denn den Raum müssen wir ja wieder ordentlich verlassen.
Jetzt werden Paul und Felix abgeholt. Die anderen Drei wickle ich nochmal und ziehe sie an, denn den Nachmittag verbringen wir bei mir zu Hause.
Nun ist es 13:00 Uhr und alle drei liegen in ihren Bettchen bzw. auf dem Sofa und sind auch innerhalb kurzer Zeit eingeschlafen. Nachdem ich meine Taschen ausgepackt habe mache ich mir etwas zu essen sofern nichts übrig geblieben ist vom Frühstück oder dem Mittagessen.

PAUSE!!! Füße hoch, Handy checken, kurz Chillen.

Kurz vor Drei wecke ich meine Sofa Schläferin, da sie gleich von ihrer Oma abgeholt wird. Danach sind die anderen Beiden dran. Wickeln, Anziehen und einen leckeren Joghurt mit Müsli essen. So bis kurz nach vier wird jetzt noch gespielt, dann fahren wir los. J. freut sich, denn donnerstags darf er seine Schwester von der Tanzschule abholen.
Wir haben noch ein bisschen Zeit, darum halten wir auf dem Weg noch an einem Spielplatz an, bei dem alle Rutschen ausprobiert werden. Um 17:00 Uhr treffen wir dann Nils Mama in der Tanzschule. Susi Möchte auch gern auch Tanzen und drückt sich die Nase an der Glastür platt. Wir verabschieden Nils und seine Schwester, die auch bei mir in der Betreuung war und in den Kindergartenferien immer noch kommt.

So, meine letzte Amtshandlung für heute auf meinem Weg nach Hause ist, Susi Daheim absetzen. Die Familie ist erst vor kurzem umgezogen und ich bin gespannt auf das neue Haus.

17:30 FEIERABEND!!! Wenn man von Einkaufen, Aufräumen und den Wäschebergen absieht.
Nicht zu vergessen auf Freitag freuen, denn den verbringe ich immer mit meinen Takis und meiner Kollegin, auf dem Spielplatz.

(Namen der Kinder sind geändert)

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.