Ein Tag bei Sabrina und die kleinen Abenteurer…

Es ist sechs Uhr und der Wecker klingelt. Ich mache mich fertig und wecke meine eigenen vier Kinder, helfe Ihnen, gemeinsam mit meinem Mann, beim Anziehen und Zähne putzen. Um viertel vor sieben sitzen wir alle fertig für den Tag in unserer Küche und ich schmiere Butterbrote für meinen Mann und die Kinder, schneide Obst und Gemüse und verteile es in Dosen. Um sieben Uhr kommt mein erstes Tageskind. Er kommt nur zweimal die Woche und es fällt ihm oft noch schwer, Mama oder Papa gehen zu lassen. Oft ist es aber auch anders herum. Ich gehe mit dem fast zweijährigen durch den Flur und sofort hört er auch zu weinen… es ist ein bisschen als würde ich durch eine magische Tür in die Tagespflegeräume gehen und jeder Kummer ist mit durchschreiten der Tür verschwunden.


Zur Beruhigung schicke ich den Eltern flott ein Foto vom jetzt wieder strahlenden Kind. Kurz wird es jetzt noch mal hektisch, denn mein Mann fährt unsere Kinder in Schule und Kindergarten und dafür müssen sich drei Kinder plus Vater die Schuhe und Jacken anziehen. Butterbrote und Obst habe ich schon in die jeweiligen Taschen verstaut und renne irgendwem der Kids auf jeden Fall mit der vergessenen Tasche hinterher. Wir winken gemeinsam meiner Familie hinterher und warten auf das Ankommen der nächsten Kinder, während mein kleinster Sohn und der zweijährige bereits miteinander spielen.

Kurz darauf kommt ein weiterer kleiner Junge mit seiner Mama zu mir. Stolz präsentiert er mir seinen kleinen Rucksack mit dem Brot und der Trinkflasche darin, was heißen will „jetzt aber los, ich habe Hunger“. Somit rufe ich alle Kinder an den Frühstückstisch und wir frühstücken gemeinsam. Frühstück, also ein Brot und Gemüse oder Obst, wird von den Kindern mitgebracht. Als wir mit dem Frühstück fertig sind, manchmal auch währenddessen, werden die anderen zwei Kinder gebracht. Ein einjähriges Mädchen, das jetzt seit vier Monaten bei mir in der Tagespflege ist und ein weiterer Junge der mich leider im Sommer schon wieder verlässt.

Die Mama´s erzählen mir noch kurz was so los war bei ihnen und verabschieden sich dann bei uns. Da die beiden schon zuhause frühstücken, kann es jetzt mit dem Spielen losgehen.

„Wir sind die Kinder aus dem Abenteuerland. Wir sind in Hoengen gar berüchtigt und bekannt. Wir singen Lieder ob es regnet oder schneit. Wir haben für Ideen und Spiele immer Zeit….“ nach Jonathan Böttcher

Ein Tag ist ganz schön unterschiedlich bei uns. Ist es trocken, dann sind wir meistens draußen. Entweder spielen wir im Garten oder fahren Bobby Car Rennen im Innenhof, gehen mit unserem Bollerwagen ins Feld, denn dort können die Kinder ungestört so richtig schön laufen, wir machen einen Ausflug zum Tierpark oder gehen zu unserem ortsansässigen Bauern oder eben einfach im Seniorenheim Kakao trinken, denn da bekommen die Kids neben staunenden Blicken auch noch Kekse von der netten Dame im Café. Regnet es, dann basteln wir auch gerne was, spielen mit Zaubersand, malen oder singen oder toben im Spielzimmer umher.

Basteln können wir aber auch draußen und da zurzeit unser Projekt „Die Biene“ ansteht, bastle ich mit den Kindern draußen kleine Bienen aus Hexentreppen. Dabei führe ich unser Lied „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum ein“, passend zu unserem Projekt. Die Kinder benötigen aufgrund des Alters natürlich mehr oder weniger Hilfe und haben natürlich demnach auch mehr oder weniger Ausdauer, auf die ich ganz individuell eingehe. Bei meiner Bastelaktion mit einem ausdauernden Kind fällt mir auf das es plötzlich ganz still ist. Ich habe die Kinder eigentlich immer im Blick aber dieser eine unbeobachtete Moment wurde flott dazu genutzt mir einen Blumenstrauß zu pflücken, aus den liebevoll eingepflanzten Blümchen im Blumentopf. Manchmal steckt man echt in der Zwickmühle ob man jetzt tadelt oder lobt, naja, ich entscheide mich für die Variante „oh wie lieb von euch, aber bitte pflückt nicht diese Blümchen aus dem Topf, sondern nur die von der Wiese.“

Sabrinas Abenteurer Garten

Mittlerweile haben wir schon elf Uhr. Neben dem bedarfsmäßigem Wickeln steht nun eine Wickelrunde an und anders als bei meinen Kolleginnen die erste Zwischenmahlzeit. Mir sind die Kinder regelmäßig am Essenstisch eingeschlafen, als ich es noch andersherum gemacht habe und elf Uhr ist für mich noch keine Zeit des Mittagessens. Somit bekommen die Kinder bei mir eine Zwischenmahlzeit aus Obst, Gemüse oder Joghurt und gehen so nicht mit leerem Bäuchlein in den wohlverdienten Mittagsschlaf. So habe ich Ruhe schnell mal die Küche zu saugen und das Mittagessen zu kochen für die Kleinen und meine Familie. Die Pause nutze ich natürlich auch schnell mal für meine Wäsche, aber auch um mich mal kurz mit einem Kaffee hinzusetzen. Im Moment schlafen alle Kinder zeitgleich, erschöpft von unseren gemeinsamen Abenteuern. Kinder die nicht mehr schlafen wollen oder vielleicht vorher schon geschlafen haben, werden beim Kochen von mir mit einbezogen. Beim Kochen setze ich auf gesunde, abwechslungsreiche Kost, die auch mal Spaß machen kann. Sich einen Wrap selber mit Gemüse zu belegen, da macht das Essen gleich doppelt so viel Spaß.Ansonsten halte ich mich bei der Planung an 2-mal Fleisch, 2-mal vegetarisch und 1-mal Fisch in der Woche.

Die Kinder, die um 13.30 Uhr noch schlafen, werden nun von mir geweckt. Schlafanzughosen aus, neue Windel und Kleidung wieder an und nun die Treppe gemeinsam runter, entweder selber oder getragen werden, sicher auf den Stuhl gesetzt und nochmal hoch, mit dem anderen Schwung Kinder dasselbe in grün.

Nun sitzen alle am Tisch und wir sagen unseren Tischspruch auf

„Piraten, Piraten, die essen gerne Braten, die essen gerne Fisch, schaut mal auf den Tisch,

da steht das Essen oh wie fein, nun haut mal alle kräftig rein“.

Jetzt pieksen die größeren Kinder alleine ihr Essen auf und ich helfe bei Bedarf. Die kleineren füttere ich noch vollständig. Auch bei mir gibt es ein paar Regeln, wie z.B. wenn der Mund arbeitet, hat der Popo Pause und das wir aufeinander
warten, bis der letzte mit seinem Essen auch fertig ist. Es klappt super, auch wenn die Eltern sich das manchmal gar nicht vorstellen können, da die Kinder zuhause vielleicht sofort nach dem Essen wieder loslaufen.

Nach unserem Mittagessen gehen wir ins Freispiel. Das heißt, dass ich hier nicht das Spiel durch Bastelaktivitäten oder Ideen lenke, sondern sich die Kinder frei entfalten können. Man merkt natürlich schnell, wenn das Kind mich als Spielpartner wünscht und dann bin ich selbstverständlich für das Kind da.

Es ist fast drei Uhr und die ersten Kinder werden abgeholt. Kurz erzähle ich den Eltern wie unser Tag war, wie das jeweilige Kind gegessen hat, geschlafen hat und kleine Anekdoten aus dem jeweiligen Tag, wie z.B. das Blumenpflücken.
Da ich heute nur zum Kindergarten und nicht auch noch zur Schule fahren muss, beschließe ich zusammen mit den zwei verbleibenden Tageskindern und meinem kleinsten Sohn, meine größeren Jungs zu Fuß aus der Kita zu holen.
Nehme ich jetzt den Bollerwagen oder den Zwillingswagen? Meiner ist ja schon groß und läuft eigentlich gut…. Ach der Zwillingswagen reicht. Ist ja auch viel bequemer bergauf zu schieben statt zu ziehen. Was soll ich sagen, es war die
falsche Entscheidung. Auf halbem Wege hat der kleine Mann dann doch schlapp gemacht und saß den Rest der Zeit belustigt im Gepäckfach.

Sabrinas Abenteurer

Mir ist es wichtig mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, denn so kann man ganz schnell kleine Abenteuer erleben. So kann man zuschauen, wie unterwegs der Müllwagen mit lautem Gepolter das Altglas in seinen LKW schüttet, die Pferde auf der Pferdewiese angetrabt kommen, um uns zu begrüßen, der Zug an uns vorbeifährt während wir an der Bahnschranke warten, die Bauarbeiten an der Straße vorangehen und so weiter… bei diesen vielen kleinen Abenteuern, die wir natürlich ausgiebig betrachten müssen, fällt mir auf das wir ein wenig die Zeit aus den Augen verloren haben. Eine kurze Whatsapp an die Eltern, das es ein paar Minuten später wird, da wir noch unterwegs sind, gibt uns allen Sicherheit. Es kommt ja nicht immer vor das wir nicht da sind zum vereinbarten Abholtermin, deshalb finden es die Eltern gar nicht schlimm, dass sie mal fünf Minuten warten mussten.

Wir erzählen kurz was wir erlebt haben. Ich packe noch kurz die Rucksäcke der beiden und verabschiede die Kinder samt Mama´s. Nun verstaue ich den Zwillingswagen in der Garage und frage meine Söhne was sie gerne machen würden. Und jetzt geht das Abenteuer in die nächste Runde…

Sabrina und die kleinen Abenteurer

Sabrinas Abenteurer Homepage

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.