Ein Tag bei Monas mini-Monster

6.45 Uhr. Das erste Kind kommt fröhlich quietschend zur Tür herein. Ich selbst bin noch verschlafen und müde und in Schlafklamotten – da unser Badezimmer morgens von zwei männlichen Teenagern blockiert wird 😎 


Ich nehme die junge Dame in Empfang, spreche noch kurz mit der Mama, bevor die Kleine diese dann grinsend zur Tür rausschiebt.

Sie darf Spielzeug auswählen und geniesst die ersten 30 Minuten allein, bis gegen 7.15 Uhr Kind Nummer zwei kommt. Der Kleine tut sich eher schwer mit dem Verabschieden und braucht immer noch viel Zuwendung. Oft wechselt er weinend vom Arm des Papas auf meinen Arm, aber genauso oft lacht er und ist gut gelaunt. Das Mädchen begrüsst ihn stürmisch und schleppt ihn direkt weg ins Spielzimmer.

Ich verabschiede meine Söhne und darf nun endlich ins Badezimmer  :-).

Um 8.00 Uhr erreicht uns ein weiteres Kind. Dieses ist inzwischen eher gelangweilt von der Rausschmeiss-Aktion seines Vaters und schiebt diesen kommentarlos mit einer Hand aus der Tür. Tschüss und weg – Papa hat sich dran gewöhnt ;).

Wir fangen jetzt an mit Tisch decken, Getränke auffüllen, Frühstück machen und natürlich reden. Jeder hat viel zu erzählen, besonders nach dem Wochenende.

Um 8.30 Uhr geht es Schlag auf Schlag. Die letzten zwei Kinder kommen oft zeitgleich und auf dem Flur wird es etwas eng. Der Größere hat morgens meistens Muffellaune und muss erstmal gedrückt werden, bevor er spielen gehen kann. Die Jüngste kann es kaum erwarten auf meinen Arm zu kommen, von dort wieder zurück zu Mama oder Papa und dann aber schnell los ins Spielzimmer. Das Ausziehen und Socken anziehen dauert, speziell ihr, immer viel zu lange.

Nun sind alle Kinder da und wir setzen uns an den Frühstückstisch.

Mit „Piep,piep, piep..“ beginnen wir und jeder langt ordentlich beim Buffet zu. Es gibt belegte Brote und frisches Obst und Gemüse. Dazu Wasser und Joghurt.

Nachdem alle satt sind räumen wir den Tisch ab, ein Kind bereitet schon mal die Kissen für den Morgenkreis vor. Wenn alle sitzen geht es los. „Guten Morgen, guten Morgen, wir winken uns zu…:“ Alle Kinder sind fröhlich und ich habe oft den Eindruck dass sie gerne hier sind und auch manchmal froh sind, nach Wochenende oder Urlaub wieder hier zu sein.

Meistens wird gefragt: Mona was machen wir heute? Manchmal wird selbst geschaut…Regnet es? Scheint die Sonne? Heute wollen wir auf den Spielplatz, also singen wir nicht ganz so lange wie sonst, sondern nur die Kurzversion.

Die beiden 7 Uhr Kinder brauchen eine frische Windel…“Mooonaaaa – ich stinke!“, sagt die Zweijährige. Alle lachen :). Während ich wickel ziehen die anderen schon mal Socken aus und wer kann, Schuhe an. Die Jüngste hat gelernt wie sie die großen Jungs dazu bekommt, ihr zu helfen und als ich wiederkomme hat sie grinsend alle Socken in der Hand – auch die die anbleiben sollten :).

Reihum werden Schuhe, Jacken, Mützen angezogen….Wer fertig ist setzt sich im Treppenhaus auf die Treppe. Wenn alle draussen sind, ziehe ich mich an. Wir waren schnell heute, Sechs Minuten für fünf Kinder – gut das die dicken Wintersachen endlich weg sind, das hat gefühlt immer 15 Minuten gedauert….

Mona 1

Schnell Tasche schnappen, abschliessen nicht vergessen, Kinder dran erinnern sitzen zu bleiben. Kinderbus abschliessen und auf die Strasse fahren. „ So nun dürft ihr kommen“….Alle vier Kinder dackeln los, die Kleine kommt auf den Arm da sie noch nicht laufen kann. Momentan kommen alle Kinder die Treppe selbst herunter, das macht mich immer sehr stolz :).

Alles einsteigen, jeder sitzt auf seinem festen Platz. „Monaaa – Schnalle“, quakt ein kleiner Junge. Er möchte das ich ihn anschnalle.

Los geht’s, auf unsere geliebte Lister Meile. Ein paar Dinge kaufen wir auf dem Weg direkt noch ein und dann dann dürfen alle aussteigen. Die letzten 100 Meter zum Spielplatz dürfen sie laufen. Auf dem Spielplatz erstmal gucken wer so da ist, man kennt sich ja.

Es werden Eimer und Schaufel rausgewühlt und dann gibt’s kein Halten mehr.

Mona 2

Alle fünf toben fröhlich umher und ich? Ich stehe am Spielplatzeingang und passe auf, das niemand den Spielplatz verlässt, denn auch wenn er in einer Fußgängerzone liegt, so rasen diverse Radfahrer rücksichtslos dort entlang. Manchmal kommen auch große Hunde ohne Leine oder Lieferwagen. Wer den Spielplatz verlässt und nach einer Ermahnung nicht hört, sitzt erstmal im Bus. Diese Regel kennen alle und selten versucht mal einer mir zu entwischen ;).

Gegen 11.00 Uhr heisst es für uns aufräumen, Spielsachen suchen und einpacken.

Der jüngste Sandwurm ist komplett paniert und landet auf ihrem Sitzplatz im Bus. Der Rest darf nach Hause laufen. Der Lieferverkehr ist bis dahin nicht mehr so schlimm und wir üben täglich das STOP „sofort stehen bleiben“ heisst. Das klappt ganz gut und ich kann mich doch sehr auf meine Minis verlassen. Strassen überqueren wir in zweier Grüppchen Hand in Hand, im Gänsemarsch hintereinander. „Bei rot müssen wir warten, bei grün gehen wir“. Richtig.

Unterwegs entdecken wir noch so allerlei. U-Bahnen die rauschen, Tauben, Hunde, Aufsteller unter denen man hindurch krabbeln kann.

Mona 3

An den Einfahrten üben wir wieder. Erst gucken, dann laufen – Mona geht vor.

Die letzte Strasse ist geschafft, nun heisst es rennen so schnell wie die kurzen Beinchen noch können. Wer wird heute Erster?

Zu Hause angekommen, Kinder und Einkauf reinschaffen. Auf der Treppe warten bis der Bus wieder drinnen ist. Schuhe ausziehen – Nein, nicht überall den Sand hinkippen, wir machen doch einen Sandhaufen, ja genau da bitte hin. Gut gemacht. Hände waschen. Wir bevölkern das Bad.

Danach ist Freispiel, ich koche Mittagessen. Heute gibt es Nudeln mit ohne Soße.

Aufräumen, setzen…um 12.00 Uhr sitzen alle glücklich schmatzend am Tisch. Keiner spricht, alle sind mit Essen beschäftigt. Ups, da liegt ne Nudel unterm Tisch….“Mona – ich war das nicht…“ 

Um 12.30 Uhr sind alle fertig, noch ne Runde toben, dann ins Badezimmer. Jetzt gibt’s frische Windeln und einen Waschlappen für das Soßengesicht.

Eine Runde Creme für alle und laut kreischend geht’s über den Flur zurück und ab ins Bett.

Um 12.45 Uhr liegen alle, ich gebe jedem Kind einen Kuss, decke es zu, singe noch den Sandmann und gehe aus dem Raum.

Heute wird nicht mal mehr getuschelt und gekichert. Die Kinder sind platt – sehr gut :).

Nach ein paar Minuten schaue ich noch mal rein, kontrolliere noch mal die Decken und lehne die Tür dann an.

Mittagspause 🙂

Füße hoch? Nein, dann komm ich nicht mehr hoch. Spüler ausräumen, Wäsche machen – heute nach Feierabend ist wieder Fortbildung und was liegen bleibt, bleibt einfach liegen.

Da ich zweimal die Woche direkt nach Feierabend zur Fortbildung fahre, verzichte ich an diesen beiden Tagen auf meine Pause. So habe ich dann Abends eher Ruhe und es bleibt weniger liegen.

Um 14.00 Uhr kommen meine Söhne aus der Schule. Wir essen zusammen. Da es heute Nudeln gab, brauche ich nicht noch mal kochen. An anderen Tagen koche ich zweimal, denn auch meine Söhne sollen frisches Essen bekommen und sie essen einfach auch andere Dinge als die Minis. Ist aber kein Problem – die Zeit nehme ich mir gern. Nach dem Essen schnell die Küche aufräumen und dann um 14.40 Uhr die Minis wecken.

Alles blinzelt mich verschlafen an. „Hallo mini-Monster – Zeit aufzustehen“….Einige spingen fröhlich aus dem Bett, andere wollen sich noch mal umdrehen….

Wer eine neue Windel braucht geht ins Bad, der Rest zieht Hosen und Socken an….zumindest wer kann.

Um 15.00 Uhr wird das erste Kind abgeholt. Tschüss Großer, bis Morgen.

Um 15.30 Uhr gehen drei weitere Kinder, um 16 Uhr das letzte Kind.

Mit jedem abholenden Elternteil bespreche ich kurz den Tag, berichte über Wichtiges, Lustiges oder einfach nur über das was wir gemacht haben. Für jeden nehme ich mir kurz, aber bewusst Zeit. Jedes Kind wird liebevoll verabschiedet und manchmal sage ich schon, was wir morgen wieder aufregendes machen.

Da heute Fortbildung ist packe ich, nachdem das letzte Kind zur Tür raus ist, meine Tasche und fahre los. Um 21.00 Uhr bin ich zurück, meine Söhne vesorgen sich selbst – die sind schon 15 und 16 und somit dazu auch in der Lage. Sie haben kleinere Aufträge zu erledigen und so ist abends die Wohnung gesaugt, die Sandhaufen sind beseitigt und ein neuer Tag kann beginnen.

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Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.

2 Gedanken zu „Ein Tag bei Monas mini-Monster

  1. Sehr angenehm zu lesen, sehr erheiternd.
    Ich vermisse das Essen nach dem schlafen etwas, meine bande ist da wieder total ausgehungert. Gefällt mir sehr gut Ihr Ablauf. Vielen Dank dafür.

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