Was können wir tun?

Was können wir tun, damit man uns endlich bemerkt? So oft spreche ich mit Leuten, denen ich erklären muss, was denn nun nochmal eine Tagesmutter ist. Dabei benutze ich schon extra das „alte“ Worte „Tagesmutter“, weil sich niemand was unter „Kindertagespflegeperson“ vorstellen kann und kaum ein Mensch bis zum Ende zuhört, bis dieses Wort ausgesprochen ist. Was können wir tun, damit endlich jeder weiß, was die Kindertagespflege wirklich ist – nämlich ein sehr gutes, kindgerechtes und familienfreundliches Konzept zur Kinderbetreuung. Außerdem vor dem Gesetz den Kitas gleichgestellt. Eine Tagesmutter oder ein Tagesvater (ja, die gibt es auch!) dürfen auch nicht mehr kosten als ein Platz in der Kita, dafür muss das Jugendamt eine Vetretung für die Ausfalltage stellen. Es werden maximal 5 Kinder in einer Kleingruppe betreut, die Kinder haben eine feste Bezugsperson und die Kindertagespflegeperson kann individuell auf das Kind und die Familien eingehen.


Ich frage mich wirklich, wo das Problem ist. Ja, ich frage mich tatsächlich, warum es überhaupt Kitas gibt, wenn doch die Kindertagespflege alles bietet, was so ein kleines Menschlein braucht.

Derzeit werden Kindertagespflegestellen weg reduziert und neue Kitas gebaut. Kitas für viele Millionen Euro. Über dieses Thema könnte ich euch Stunden Schreiben. Aber nun zum eigentlichen Thema: Öffentlichkeitsarbeit.

Warum konnte in den letzten Jahren noch kein flächendeckendes Wissen über die Kindertagespflege verbreitet werden? Selbst ich, die sehr gerne über ihren Beruf spricht, habe noch nicht alle hier aus dem Ort erreichen und informieren können. Wir Tagesmütter aus unserem Ort (4) schreiben regelmäßig Artikel für unser Gemeindeblatt. Ich bezahle Geld dafür, dass in diesem Gemeindeblatt eine Anzeige von mir abgedruckt wird, jeden Monat. Im örtlichen Blättchen für Eltern berichten wir Tagesmütter aus Würzburg ebenfalls regelmäßig über unsere Arbeit. Wir haben Plakate im Ort aufgehängt, die die Kindertagespflege im Allgemeinen beschreibt und bewirbt, wir haben Artikel in der Würzburger Zeitung. Viele Tagesmütter haben eigene Flyer, die beim Kinderarzt, in der Apotheke, bei den Hebammen, im Supermarkt etc. ausliegen.  Sogar das Jugendamt macht Werbung in Form von Flyern und Anzeigen in den örtlichen Zeitungen. Wir haben Internetseiten (vom Jugendamt und von uns Tagesmüttern) und Seiten auf Facebook, die über uns informieren. Die beste Werbung ist übrigens mit vielen Kindern durch den Ort zu laufen. Natürlich muss man dann aufpassen, dass man nicht für die örtliche Kita Werbung macht ;). Also schön groß einen Banner an den Wagen hängen oder den Kindern bedruckte Warnwesten anziehen. Ja, Anfragen haben wir hier in Würzburg genug, aber informiert sind noch so wenige!Plakatlp

Ich bin der Meinung, dass viel mehr Leute die Kindertagespflege für ihr Kind wählen würden, wenn sie diese denn kennen würden. 27 000 000 Menschen sind auf Facebook – Facebook ist super um viele Leute zu erreichen. Nicht einmal ein Bruchteil dieser Menschen kennt uns und unsere Arbeit!

Ich lese täglich von Tagesmüttern (ja, meist von Frauen), dass ich nun aufhören müssen, weil die Arbeitsbedingungen so schlecht geworden sind. Ich rege mich auch täglich darüber auf. Warum wehren sich diese Menschen nicht? Wir bieten ein tolles Konzept und mit unserer Hilfe können so viele Eltern arbeiten gehen und wissen ihr Kind in guten Händen. Also bitte, nicht aufgeben, sondern um die Sache kämpfen. Aufstehen und etwas sagen! Beiträge und informative Dinge über die Kindertagespflege weiter verbreiten! Und nicht einfach den Kopf in den Sand stecken und denken, dass wir sowieso nichts erreichen können. Freibuddeln und die Probleme anpassen ist angesagt!

Wir sind ganze 50.000 Kindertagespflegepersonen! In einzelnen Facebookgruppen bereits über 1000 Menschen! Wenn 1000 Menschen die hübschen, informativen Bilden von Antje teilen würden, würden vielleicht wieder 10 Leute mehr über uns Bescheid wissen.

12919620_1028379510570291_8674296558466036010_n (super Aktion von Antje Radloff)

So liebe Leute, ich erwarte, dass dieser Artikel gelesen wird. Dann klickt ihr bitte auf diesen Link (Facebook) und verbreitet Antjes Bildchen in ganz Deutschland. Das ist die Hausaufgabe für heute. Alternativ könnt ihr auch eigene Texte etc. verfassen und verbreiten.

 

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.

3 Gedanken zu „Was können wir tun?

  1. Und stelle dir vor, du hast die Gelegenheit Öffentlichkeitsarbeit zu leisten! Und keiner geht hin! Internationales Kinderfest in Würzburg und die Tagesmütter sind vertreten und kaum einer wird dabei sein, so der momentane Stand der Dinge. Bin ein wenig enttäuscht. Nein eigentlich sehr.

  2. Ich hab schon einige dieser Infobilder auf unserer Facebook-Seite (www.facebook.com/zuendorfs.schatzkistle) gepostet.

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