Unser Tag – Tatjana Schmitt aus Theilheim

Tatjana Schmitt, Stand April 2016, derzeit 1 Tageskind


„Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus, die Welt, die Welt sieht wie gepudert aus…“

(dieses Mal hat es wirklich geschneit, aber oft ist es völlig egal, welche Jahreszeit ist. Man muss ja üben, dass man an Weihnachten dann alle Klassiker parat hat und textsicher mitsingen kann) ist heute mein Weckerersatz. Den brauche ich, seit ich Kinder habe, eh fast nie. Die Kinder spielen im Spielzimmer, zwischendurch kommen sie mal kurz zu mir und fragen, ob denn unser Tageskind heute kommt und ob heute Müsli- oder Brottag ist, ich döse etwas vor mich hin und stehe um 6.30Uhr auf.

Die Kinder decken mit mir zusammen den Frühstückstisch oder kaufen beim Bäcker noch schnell das
Brot, das uns mal wieder ausgegangen ist. Um 7 Uhr klingelt es an der Türe. Montag, Mittwoch, Freitag darf mein mittlerer Sohn die Türe aufmachen, Dienstag und Donnerstag der Große. Der andere darf jeweils das „Buch“ nehmen. Unser Tagebuch, in das wir schreiben, was wir erlebt haben, was gegessen wurde und ob sonst etwas Besonderes war.
Wir frühstücken alle zusammen, danach putzen wir die Zähne. Wenn es dabei mal Tränchen gibt, singen die Jungs oder ich „Ich putze meine Zähne von rot nach weiß…“ oder „Zähne putzen, Zähne putzen, das muss jedes Kind“ bis wieder gelacht wird. Während ich beim Anziehen helfe, darf schon ein wenig gespielt werden.
Danach bringen wir die Jungs in den Kindergarten. Noch mit dem Kinderwagen, bald alle mit irgendeinem Fahrzeug. (Die Mädchen sind gerade 16 Monate alt) Auf dem Rückweg haben wir Zeit Blumen, Vögel, Katzen oder Hühner anzuschauen oder einen Abstecher auf den Spielplatz zu machen. Dienstag besuchen wir unsere Krankheitsvertretung und spielen dort alle zusammen, am Mittwoch gehen wir in die Krabbelgruppe und donnerstags Turnen wir. Davor haben wir immer noch viel Zeit und schaukeln ganz ausgiebig oder beobachten die Spaziergänger, die an der Sportalle vorbei laufen.

Wieder daheim angekommen beginnen wir unseren Morgenkreis. Wir singen zwei Begrüßungslieder und dann noch das, worauf die Mädchen Lust haben. Manchmal singen wir ganz lange, manchmal wollen sie lieber gleich spielen. Oft dürfen sie selber entscheiden, worauf sie Lust haben. Ab und zu basteln wir etwas, malen Fingerfarben oder kneten. Diese Spielsachen stehen sonst nicht zur Verfügung und wecken dann das Interesse. Um zehn Uhr ist Obstpause. Wir waschen unsere Hände, schneiden das Obst gemeinsam auf und essen es. Jeder hat seinen festen Platz und seine Becherfarbe. Danach wird nochmal gespielt. Wer müde ist, schläft. Der Rest spielt, bastelt, rutscht. Nach dem Essen gegen halb 12 spielen wir im Garten, egal bei welchem Wetter. Wir suchen Regenwürmer, füttern die Hasen, schauen Blumen an, hüpfen in Pfützen, bauen Sandburgen und erfüllen die Straße mit Kinderlachen und manchmal auch mit bunter Farbe.

Um zwölf Uhr wird mein Tageskind schon wieder abgeholt, meine Kleine wacht so langsam auf und wir holen ihre Brüder vom Kindergarten ab.
Mir ist es wichtig, dass wir jeden Weg zu Fuß laufen, spüren, dass der Wind ganz schön viel Kraft haben kann, dass die Sonne auf der Haut kitzelt, dass Pfützen eine tolle Sache sind und die Natur einfach genial viel Spaß macht und viele Dinge zum Kreativsein bereit hält. Wie sollten wir auch aus dem Auto heraus die Vogeleischale finden, den Frühlingsduft riechen, anderen Menschen „Guten Tag“ wünschen oder lernen, wie man sich „korrekt verhält zu Fuß in einer Autowelt“ (aus „bei Rot bleibe stehen, bei Grün darfst du hinübergehen“). Der Kontakt zu anderen Kindern ist mir ebenfalls sehr wichtig, deshalb besuchen wir die Gruppen im Ort, die es gibt. So nehmen die Kinder am Ortsgeschehen teil, bewegen sich, lernen neue Kinder kennen, Spielen in größeren Gruppen, sehen andere Spielsachen und merken, dass es in Familien unterschiedliche Regeln gibt und nicht jeder die Sachen so beurteilt wie ich.

Internetseite von Tatjana Schmitt

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.