Den Stolz überwinden

„Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weitergehen“


Gestern habe ich die Nachricht von meiner Anwältin bekommen, dass es mit der Berufung des 1. Urteils vom Januar nicht geklappt hat. Jetzt sitze ich hier mit der Betreuungsvereinbarung vom Jugendamt und muss diese unterschreiben… Ihr könnt euch vorstellen, wie wenig ich das möchte. Aber ich muss.

Ich muss, sonst bekomme ich kein Geld vom Jugendamt. Ich habe das letzte halbe Jahr auf ca. 800 Euro für 2 Kinder verzichtet. Weil ich im Recht bin. Ich möchte diese Vereinbarung nicht unterschreiben. Größtes Problem ist, dass ich nicht klagen kann, wenn ich diese Vereinbarung unterschreibe. Ich akzeptiere damit die laufende Geldleistung, auch wenn sie – laut aktueller Urteile – dem SGB widerspricht. Ich unterschreibe also, dass ich es völlig in Ordnung finde, dass ich mit 2,25 Euro (Förderleistung) abgespeist werde. Außerdem finde ich das Urteil nicht gerecht. Warum muss ich als Selbstständige so einen Vertrag unterschreiben, um an die Fördergelder zu kommen? Davon steht nichts im SGB und andere Gerichte haben vorher auch anders entschieden.

Ungerecht, aber rechtskräftig. Wenn ihr nun denkt, dass ich das auf mir sitzen lasse, dann kennt ihr mich nicht. Wenn es nun rechtlich nicht weiter geht, dann eben politisch – und das so weit nach oben, wie es eben sein muss. Brief an die beiden Jugendhilfeausschüsse in Würzburg ist abgeschickt. Politiker in unserer Gemeinde informiert. Termin mit Paul Lehrieder (MdB) angedacht (er kennt mich auch schon :D).  Und natürlich werde ich versuchen mit der 2. abgewiesenen Klage in Berufung zu gehen.

Aber diese Vereinbarung muss ich jetzt erstmal unterschreiben. Ich brauche das Geld. Ich habe versucht „unter Vorbehalt“ zu unterschreiben. Das wurde nicht akzeptiert. Dann habe ich unter die Unterschrift vermerkt, dass ich mich gezwungen fühle, die Vereinbarung so zu unterschreiben, weil ich auf das Geld angewiesen bin und es hier nun mal keine Privatzahler gibt. Die Vereinbarung kam mit der Begründung zurück, dass eine Unterschrift unter Zwang nicht akzeptiert wird, weil das sittenwidrig ist. Ich solle doch bitte jetzt ohne Zwang und ohne Zusätze unterschreiben.

Aber ich will nicht. Ich möchte zu meinem Recht kommen.

ABER: Ich kann ja wieder kündigen, wenns mir zu bunt wird 😀 und dann geht das Ganze von vorne los.

Und ob ich jetzt ohne Zwang oder mit unterschreibe, kann ich euch aus taktischen Gründen nicht mitteilen 🙂

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.

2 Gedanken zu „Den Stolz überwinden

  1. Liebe Jennifer, ich würde Dich so gerne direkt unterstützen, wenn ich das von hier oben aus sinnvoll könnte…. Was ich jedenfalls gut nachvollziehen kann, ist Deine Enttäuschung, Dein Frust und das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden. Ich denke auf jeden Fall ganz fest an Dich und danke Dir, sicherlich auch im Namen vieler anderer KTPPs, für Deinen Mut, Deine Kampfbereitschaft und die Arbeit, die Du in eine Sache investierst, die uns allen nützt. Wenn ich irgend etwas tun kann, um Dich zu unterstützen, melde Dich gerne. LG Petra

  2. Liebe Jennifer, ich bewundere deinen Mut, deinen Stolz und deine Bereitschaft zu kämpfen. Ich drücke dir die Daumen dass du deine Botschaft in die Welt hinaus tragen kannst. Ich bin in Gedanken bei dir. Gruß Tanja

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