Aus der Praxis für die Praxis – Kleine Bildungsprojekte für nachhaltige Entwicklung – Die Müllforscher

Wie setze ich Bildung für Nachhaltige Entwicklung mit Tageskindern in die Praxis um?


Es erfordert keine großen Vorbereitungen diese Projekte durchzuführen. Lässt man sich vom Interesse der Kinder leiten, bestimmen sie die Richtung, in die sich die Projekte bewegen. Die Vermittlung von Wissen steht dabei ganz im Hintergrund und findet eher „nebenbei“ statt. Mit Liedern, Fingerspielen, Geschichtensäckchen, Büchern, Bastel- und Malaktionen lässt sich das Thema abrunden.

Das folgende Projekt habe ich in meiner Kindertagespflege mit 1,5 bis 3 jährigen Kindern durchgeführt.

Das BNE-Projekt „Die Müllforscher“ knüpfte an die Begeisterung der Kinder für die Müllabfuhr und ihre Fahrzeuge an. Wir besuchten die Bücherei und beschafften uns dort Bilderbücher zum Thema.

Die Kinder lernten Müll als Wertstoff und Bastelmaterial kennen. Wir bastelten z.B. aus leeren Kaffeeverpackungen einfache Laternen. Die gold- oder silberfarbenen Kaffeetüten stopften die Kinder mit großer Begeisterung mit Zeitungspapier aus. Dann kamen Pricknadeln zum Einsatz, mit denen, je nach Lust und Können, Muster oder einfach nur Löcher in die Verpackung geprickt . Nach Entfernen des Papiers konnte der obere Rand mit einem Draht stabilisiert und mit einem Drahtbügel versehen werden. Mit einem batteriebetriebenen Laternenstab wurde die Laterne zum Leuchten gebracht.

Aus abgewaschenen und bunt beklebten Tetrapacks, entstanden ganze Städte.

Die Kinder halfen mir beim Mülltrennen und versuchten herauszufinden, woran man Plastik, Papier etc. erkennen kann. Ihre ganz besondere Beachtung fand das „Schatzpapier“ (O-Ton meiner Tageskinder). Glitzerndes Bonbon- oder anderes Einwickelpapier fand seinen Platz in einer bunt bemalten Schachtel und wurde gesammelt, befühlt, geknüllt, wieder geglättet usw.

Ganz automatisch nahmen sie auch bei unseren Unternehmungen in die Umgebung herumliegenden Müll wahr und bestanden auf ordnungsgemäße Entsorgung.

Das Anlegen eines Mini-Komposthaufens in einer Plastikflasche mit selbst ausgegrabenen Regenwürmern verdeutlichte den Kindern den Kreislauf von organischem Material. Sie fanden es faszinierend zu beobachten, wie die als „Futter“ angebotenen Kartoffelschalen verschwanden und Gänge sichtbar wurden. Nachdem der Mini-Kompost auf den großen Komposthaufen im Garten umzog, beschäftigte die Kinder den ganzen Winter lang die Frage, ob es den Regenwürmern wohl warm genug ist und sie genug zu essen haben. Natürlich wurden sie weiterhin regelmäßig mit frischen Gemüseresten u.ä. versorgt.

Der Nahrungsmittelkreislauf wurde durch das Anlegen eines Kinderbeetes mit Naschgemüse geschlossen.

Kleine Sammler
Kleine Sammler

Geschrieben von Barbara Böckelmann

Barbara

Zertifizierte Tagespflegeperson, Fachkraft Kleinstkindpädagogik, Elternbegleiterin, Biologin. Meine Kindertagespflege ist bisher zweimal für nachhaltige Bildungsprojekte ausgezeichnet worden als KITA21- Die Zukunftsgestalter .