Aus der Praxis für die Praxis – Kleine Bildungsprojekte für nachhaltige Entwicklung – Die Müllforscher

Wie setze ich Bildung für Nachhaltige Entwicklung mit Tageskindern in die Praxis um?

Es erfordert keine großen Vorbereitungen diese Projekte durchzuführen. Lässt man sich vom Interesse der Kinder leiten, bestimmen sie die Richtung, in die sich die Projekte bewegen. Die Vermittlung von Wissen steht dabei ganz im Hintergrund und findet eher „nebenbei“ statt. Mit Liedern, Fingerspielen, Geschichtensäckchen, Büchern, Bastel- und Malaktionen lässt sich das Thema abrunden.

Das folgende Projekt habe ich in meiner Kindertagespflege mit 1,5 bis 3 jährigen Kindern durchgeführt. (mehr …)

Festanstellung Krankheitsvertetung

Unser Antrag an den Jugendhilfeausschuss ist nun raus. Ein ganz wichtiges Anliegen ist uns die Vertretungsregelung. Einige von uns haben zwar eine Springerin, diese wird aber nur unregelmäßig und natürlich viel zu schlecht bezahlt. Unser Vorschlag ist eine Festanstellung. Dies hätte einige Vorteile für die Vertretung, die Kinder und für uns Kindertagespflegepersonen. (mehr …)

Warum wir auch Grund zum Streiken haben

Überall hört man nur, dass Angestellte streiken. Die Bahn streikt, die Kaufland-Mitarbeiter streiken, die Post streikt und natürlich die Erzieher. Keine Frage, wer in Deutschland einen 40 Stunden-Job ausübt, sollte davon leben können ohne zusätzliche Hilfe vom Amt in Anspruch nehmen zu müssen. Aber ist ein Bruttogehalt (Anfangsgehalt) von 2366 Euro tatsächlich angemessen für so eine wertvolle Arbeit? Netto sind das nur 1518,88 €. Zur Erinnerung, wir Fachkräfte für Kindertagespflege führen (ziemlich) die gleiche wertvolle Arbeit aus und das für ein vergleichbares Brutto von (in Würzburg) höchstens 1950 Euro.

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Eingewöhnung – aus Sicht der Eltern

Vielen Eltern fällt das Abgeben ihres Babys oder Kleinkindes sehr schwer. Monatelang waren die Eltern die einzigen Bezugspersonen für ihr Kind, sie haben jede Minute des kleinen Lebens miterlebt und jedes weinen getröstet, jedes Lachen mitgelacht und jeden Entwicklungsschritt mit gefeiert. Die Zeit der Eingewöhnung ist für viele Eltern und Kinder also die erste Trennung voneinander. Einige Eltern freuen sich darauf wieder etwas mehr Zeit für sich und ihre Arbeit zu haben und andere trauern der gemeinsamen Zeit sehr hinterher und würden den Betreuungsanfang gerne noch verschieben. Sie fragen sich, ob eine Fremdbetreuung gut und sinnvoll ist. Die Eingewöhnung ist also ein Loslassen für beide Seiten.

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Eingewöhnung – aus der Sicht der Betreuungsperson

Wenn die Kinder so eine eingeschworene Gruppe geworden sind, wie auf dem Foto zu sehen ist, dann hat man alles richtig gemacht.

Für die Kindertagespflegepersonen wie auch für die Erzieher in den Einrichtungen ist die Eingewöhnung eine anstrengende Zeit. Sie müssen gleichzeitig für die vorhandene Gruppe da sein und auch für das neue Kind und seine Mutter oder seinen Vater. Die Fachkraft für Kindertagespflege muss nun alles tun um möglichst schnell eine möglichst gute Bindung zu dem Kind aufzubauen – natürlich immer unter den wachsamen Augen des Elternteils.

Und die Eltern schauen genau hin. Sie müssen die neue Bezugsperson des eigenen Kindes genau kennenlernen und einschätzen können.

Zum bindungsfördernden Verhalten der Kindertagespflegeperson gehört es Blick- und Körperkontakt zu halten, die Bedürfnisse des Kindes ernst zu nehmen und sofort zu reagieren, wenn das Kind Hilfe braucht oder weint. Die Tagesmutter oder der Tagesvater muss also sehr aufmerksam sein um das noch unbekannte Kind möglichst gut einschätzen zu können und um die Bedürfnisse richtig zu deuten.

Eine Kindertagespflegeperson betreut höchstens fünf Kinder in einem familiären Umfeld. Das bedeutet für die Kinder mehr Geborgenheit und eine individuellere Betreuung als in einer Großgruppe mit mehreren Bezugspersonen. Das Kind muss sich nur an eine Person und nur an wenige Kinder gewöhnen, was die Eingewöhnung erleichtern kann.

Die Tagespflegeperson steht meist auch nicht unter dem Druck gleich 5, 6 7 oder gar 8 Kinder neu einzugewöhnen zu müssen. Falls mehrere Kinder einzugewöhnen sind, kann das gut zeitlich nacheinander untergebracht werden, damit genug individuelle Zeit für jede Familie da ist.

Nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell kann die Eingewöhnung so aussehen:

Die erste Familie kommt um 9 Uhr mit dem hoffentlich ausgeschlafenen, sattem und gut gelauntem Kind.  Die Kindertagespflegeperson begrüßt die Familie und zeigt die relevanten Räumlichkeiten. Der Mutter wird erklärt,wie sie sich am Besten verhält – nämlich passiv, aber als sicherer Hafen in Reichweite. Meist wird der Mutter ein Stuhl am Rande des Spielgeschehens zugeteilt. Dort nimmt die Mutter oder der Vater Platz und zeigt, dass sie für das Kind da ist und diese Situation befürwortet.

Nun ist die Betreuungsperson gefragt. Sie muss nun möglichst natürlich versuchen Kontakt mit dem Kind aufzunehmen. Gut ist es, wenn die Kontaktaufnahme vom Kind kommt, wenn sich dieses also selbstständig von der Mutter oder dem Vater löst und auf die Gruppe und die Fachkraft für Kindertagespflege zu geht. Das kann die Tagesmutter oder der Tagesvater natürlich provozieren, in dem sie oder er möglichst interessante Spielmöglichkeiten aufzeigt. So kann die Kindertagespflegeperson z. B. einen Turm bauen (mit oder ohne die anderen Kinder). Türme sind zum umwerfen da.

Die Betreuungsperson muss, sobald der Erstkontakt entstanden ist, sehr gut aufpassen, wie sie sich verhält. Blickkontakt halten und die Bedürfnisse ernst nehmen fördert die Bindung. Gemeinsam lachen und Spaß haben lockert die Situation auf und erleichtert dem Kind sich wohlzufühlen.

Nach und nach übernimmt nun die Tagesmutter oder Tagesvater die pflegerischen Aufgaben wie füttern, bzw. beim Essen helfen, wickeln, Nase putzen etc. Immer nur so weit, wie das Kind es schon zulässt.

Wenn diese pflegerischen Sachen möglich sind und das Kind schon mindestens 4 Tage mit der Mutter oder dem Vater (je eine Stunde pro Tag) bei der Kindertagespflegeperson waren, kann eine erste Trennung versucht werden. Der Vater oder die Mutter verabschieden sich und gehen aus dem Zimmer.

Nun muss die Fachkraft für Kindertagespflege genau auf die Reaktion des Kindes achten. Spielt es einfach weiter, als sei nichts geschehen oder lässt es sich sehr schnell ablenken und beruhigen, kann die Zeit der Trennung langsam gesteigert werden. Weint das Kind aber und lässt sich nicht sofort wieder beruhigen, muss die Mama oder der Papa auch sofort wieder kommen. Dann wird die Phase, in der die Eltern ihr Kind begleiten, noch etwas verlängert und eine nächste Trennung versucht, wenn das Kind sich wieder sicher ist und sich etwas besser eingelebt hat. Meist ist das nach weiteren 3-4 Tagen der Fall.

Die Kindertagespflegeperson muss in dieser Zeit sehr aufmerksam sein. Sie sollte jetzt schon wissen, was das Kind mag, was es beruhigt und was es ablenkt. Ist das eher das Buch mit dem Bagger oder die die Duplo-Eisenbahn? Mag es das Kind, wenn man es auf den Arm nimmt oder meidet es den Körperkontakt (noch)? Geht es dem Kind in der Situation der Trennung tatsächlich gut, nur weil es nicht weint, oder schluckt es seine Trauer nur hinunter.

Die Fachkraft für Kindertagespflege steht unter ständiger Beobachtung der Eltern, die natürlich genau wissen wollen, wie die zukünftige Betreuungsperson mit den Kindern und vor allem ihrem Kind umgeht. Sie achten auf jedes Wort und jede Geste. Die bestehende Kindergruppe ist deshalb nicht geduldiger mit der Tagesmutter oder dem Tagesvater. Sie verhalten sich, wie immer, unberechenbar und bekommen auch einen Wutanfall wenn gerade eine Familie zum Eingewöhnen da ist. Da nehmen die Kinder leider keine Rücksicht. Sie haben die gleichen Bedürfnisse wie immer und wollen die auch bitte gleich und sofort befriedigt bekommen.

Eine anstrengende Zeit für Kind, Eltern und die Fachkraft für Kindertagespflege.

Jedes Kind reagiert anders in der Eingewöhnung und jedes Kind braucht auch eine individuelle Eingewöhnung. Das Berliner Modell sollte also eher als grobes Gerüst angesehen werden und nicht als starre Regel. Manche Kinder brauchen länger um eine Beziehung zu einer anderen Person aufzubauen als andere. Eine wichtige Regel gibt es: Kein Kind sollte einfach einer fremden Person übergeben werden, ohne dass sie ihm vertraut ist.

„Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, sagte der Fuchs. „Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!“

„Was muß ich da tun?“ sagte der kleine Prinz.

„Du mußt sehr geduldig sein“, antwortete der Fuchs.

„Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Mißverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bißchen näher setzen können …“

(„Der kleine Prinz“)

 

Eingewöhnung – aus Sicht des Kindes

Bald fängt sie wieder an – die Zeit der Eingewöhnungen. Viele Kinder wechseln zum neuen Schuljahr in den Kindergarten und machen somit Platz für neue Kinder in Kindertagesstätten und Kindertagesfpflegestellen. Was bedeutet eine Eingewöhnung für die Kinder, für die Eltern und für uns Fachkräfte für Kindertagespflegepersonen? Auf jeden Fall eine sehr spannende und auch anstrengende Zeit. (mehr …)