Krankheitsvertretung – Kita-Kooperations-Modell

Heute stelle ich euch ein Vertretungsmodell vor, welches ganz anders ist als die bisher vorgestellten Modelle. Das Kita-Kooperationsmodell basiert auf einer Zusammenarbeit von Tagespflegepersonen und Kindertagesstätten. Hierbei übernimmt die Kita im Vertretungsfall die Betreuung Tageskinder. Auch wenn das Modell nicht für alle geeignet ist, wollen wir es uns in diesem Beitrag genauer anschauen.


Beim Kita-Kooperationsmodell kooperiert die Tagespflegeperson mit einer Kindertagesstätte, wobei es sich in den meisten Fällen um eine Krippe handeln dürfte. Die Krippe plant gezielt freie Plätze ein um im Falle eines Ausfalls einer Tagespflegeperson die Kinder kurzfristig betreuen zu können. Gerade bei dieser Form der Krankheitsvertretung spielt die Kontaktpflege eine wichtige Rolle, weil in einer Kinderkrippe von den Kindern besonders viele Eindrücke zu verarbeiten sind. Zur Kontaktpflege besucht also die der Tagesvater oder die Tagesmutter zusammen mit den Tageskindern die Einrichtung. Die Gruppe verbringt dort ein paar Stunden und lernt so die Krippenkinder, die Räumlichkeiten und die Erzieher kennen. Damit diese Besuche realisierbar sind, ist es wichtig, dass die Kindertagesstätte/Krippe von der Tagespflegeperson gut zu erreichen ist.

Diese Kooperation eignet sich wohl kaum für Eltern, die sich bewusst für eine Tagesmutter oder -vater und gegen eine Kirppe entschieden haben. Ungünstig ist dieses Modell auch für Tagespflegepersonen die explizit damit werben in einer Kleingruppe und mit einer festen Bindungsperson zu betreuen. Dieses Modell der Ersatzbetreuung muss also zum Konzept der Tagespflegeperson passen und die Kinder müssen mit der Situation in der Krippe bzw. dem Kindergarten zurecht kommen.

Der größte Vorteil dieses Systems liegt darin, dass es besonders verlässlich erscheint, nachdem die Krippe immer da ist und die Plätze durch den Träger der KiTa sichergestellt werden. Die Tageskinder bleiben im Vetretungsfall hoffentlich zusammen und geben sich so gegenseitig die erforderliche Sicherheit. Im besten Fall könnten die Tageskinder mit 3 Jahren auch direkt in den Kindergarten dieser Einrichtung wechseln.

Dagegen stellt die schwierige Kontaktpflege den größten Nachteil dar. Die Tageskinder müssen sich an mehrere Erzieherinnen, neue größere Räumlichkeiten und an viele neue Kinder gewöhnen. Je nach Entfernung zwischen der Tagesmutter/-vater und der Kindertagesstätte können auch die regelmäßigen Besuche eine Herausforderung darstellen. Im Vertretungsfall müssen die Eltern ihre Kinder in die Krippe bringen, was für die Kinder und Eltern ungewohnt ist. Nicht zuletzt müssen die Kinder mit einem ganz anderen Tagesablauf mit mehreren Erziehern und Kinderpflegern, mit viel mehr Kindern und ganz anderen Räumlichkeiten zurecht kommen.

Bisher hatte ich leider noch nicht die Chance mit jemandem persönlich zu sprechen, bei dem die Ersatzbetreuung nach diesem System gestaltet wird. Hier ist also Gemeinschaftsarbeit angesagt. Unterstützt mich mit euren persönlichen Kommentaren direkt hier im Blog zum Kita-Kooperations-Modell: Wie könnte dieses Modell gut funktionieren? Wer setzt es um und wie läuft es ab? Wie findet ihr diese Möglichkeit?

Lieben Dank an Jane Müller, die mir diesmal das tolle Foto zur Verfügung gestellt hat!

Jenny

Jenny

Ich bin eine qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin aus Bayern (Würzburg). Ich betreue die Kinder in unserem eigenem Haus in extra für die Tageskinder eingerichteten Räumlichkeiten. Ich engagiere mich derzeit für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagesmütter.