An die bayerische Regierung – wir sind nicht das schwarze Schaf

Sehr geehrte Abgeordnete der Landesregierung in Bayern,

ich musste jetzt einige Wochen über die Antworten von Abgeordneten der CSU schlafen, bevor ich diese Zeilen verfasse. Ich entschuldige mich bereits jetzt dafür, falls man herauslesen kann, dass ich über diese Antworten keineswegs erfreut war.

Zuerst sei gesagt, dass es lobenswert ist, dass bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Kindertagespflege getroffen wurden, wie in jeder Antwort erwähnt wurde.

Mittlerweile arbeiten die Kindertagespflegepersonen zwar immer noch für weniger als den Mindestlohn, können aber wenigstens in die Rentenversicherung einzahlen, auch wenn es längst nicht genug sein wird, um im Alter davon leben zu können. Für den Moment ist es aber möglich sich über Wasser zu halten. Für mehr reicht es leider immer noch nicht.

Das ist das, was uns Kindertagespflegepersonen so wütend macht. Wir arbeiten viel und oftmals lange, sind gut qualifiziert, wir bieten den Eltern einen guten Betreuungsplatz, wir betreuen individuell und flexibel, wir arbeiten nach dem bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan – genau wie die Kitas und was bekommen wir dafür? Weniger als den Mindestlohn, der leider nur für Angestellte gilt. Wissen Sie eigentlich, dass die Kindertagespflege qualitativ durchaus vergleichbar ist mit der Qualität in Kitas?

Ja, die Rahmenbedingungen haben sich seit 2008 verbessert, aber es wäre so einfach für Sie als Regierung die Bedingungen wirklich gerecht zu gestalten.

Wenn Sie z. B. die staatliche Förderung für die Kindertagespflege an die Förderung der Kitas anpassen würden, hätten die Kommunen mehr Geld zur Verfügung um uns Kindertagespflegepersonen leistungsgerecht und ausreichend zu bezahlen.

Hierfür ist es u. a. nötig den Basiswert und den Gewichtungsfaktor dem der Kitas gleichsetzen. Dann würden die gleichen Gelder für eine qualitativ gleichwertige Betreuung für ein Kind im gleichen Alter und gleichem Förderbedarf fließen. Klingt gerecht – wäre es auch.

Wenn wir, wie die Kitas, die Möglichkeit hätten, Fördermittel zu beantragen, müssten wir Anschaffungen und Renovierungen nicht von dem wenigen Geld bezahlen, das wir bekommen. Bisher ist das aber nur für Großtagespflegestellen möglich.

Natürlich müssen die Elternbeiträge denen der Kita angeglichen sein.Es ist nur gerecht, dass die Eltern für den Platz in der Kindertagespflege nicht mehr zahlen müssen, als für einen Platz in der Kita. Warum sollte das anders sein? Der Platz in der Kindertagespflege kostet der Kommune auch nicht mehr als ein Platz in der Kita.

Die laufende Geldleistung, die die Kindertagespflegepersonen bekommen, wird selbstverständlich vom örtlichen Ju­gendhilfeträger festgelegt. Aber diese halten sich an die Empfehlungen des bayerischen Land- und Städtetag. Ein Hin- und Herschieben der Verantwortung für diese so geringe Geldleistung und Empfehlung ist völlig überflüssig. Sie als Regierung sind dafür verantwortlich, dass die Fördergelder fair verteilt werden und Sie sollten eine Empfehlung aussprechen, die es den Kindertagespflegepersonen ermöglicht als Selbstständige zu arbeiten, zu wirtschaften und davon leben zu können. Inklusive Krankheit, Urlaub, Mutterschaft und im Alter! Als Angestellte in die Kitas zu wechseln, wäre genau der falsche Weg und ist von der Mehrheit der Kindertagespflegepersonen nicht gewollt.

Diese Idee ist sowieso nicht die Beste. Studien zeigen bereits, dass der Betreuungsschlüssel in der Kindertagespflege besser ist als in der Kita, dass die kleinen Gruppen für die Kinder gut sind und vor allem die feste Bezugsperson. Warum sollte man das gute System ändern und in ein weniger gutes umwandeln?! Die Betreuungsform der Kindertagespflege ist im Großen und Ganzen für die Kinder und Eltern gut, so wie sie ist (abgesehen von der Krankheitsvertretung, die vielerorts noch fehlt).

Desweiteren ist es völlig irrsinnig einen „Lohnabstand“ zum Erzieher zu berücksichtigen. Erzieher sind nicht selbstständig, sie müssen keine Rücklagen bilden für Krankheit, Urlaub, Ausfall etc. Wir Kindertagespflegepersonen sind selbstständig.

Sehr gerne würden wir Kindertagespflegepersonen in Bayern einen höheren Qualifizierungskurs belegen, wie es in den meisten anderen Bundesländern bereits üblich ist. In Bayern wird das aber gar nicht angeboten.

Es ist nahezu lächerlich, dass ein Lohnabstand gewahrt werden soll zu einer Berufsgruppe, die ohnehin schon zu wenig für ihre wertvolle Arbeit bekommt.

Ein Großteil von uns will nicht in den Kitas arbeiten. Wir arbeiten als Kindertagespflegeperson, weil diese individuelle, familiennahe Betreuung in der kleinen Gruppe super für die Kinder und ihre Eltern ist, nicht, weil wir keine andere Arbeit finden. Wir haben diese Tätigkeit bewusst gewählt – trotz der schlechten Rahmenbedingungen. Diese kann man ändern, wenn die Regierung will.

In der Verwaltungsinfo zu den Empfehlungen für die Kindertagespflege wird deutlich, wie wenig Sie sich mit dem Thema Kindertagespflege beschäftigt haben.

Zur Neufestsetzung wurde als grober Orientierungswert eine Vergleichsberechnung mit der ver­gleichbaren Tätigkeit einer Kinderpflegerin in einer Kinderkrippe angestellt.

Nachdem eine Tagespflegeperson nur bis zu maximal fünf Kinder gleichzeitig betreuen

darf, während eine Kinderpflegerin in einer Krippe anteilig sechs Kinder betreut, wurden lediglich 5/6 in Ansatz gebracht. In Anlehnung an den so errechneten Orientierungswert wurden als Aner­kennungsbetrag für U3 Kinder 350 Euro in Ansatz gebracht.

Klarzustellen ist, dass die Empfehlungen von selbständigen Tagespflegepersonen ausgehen und mangels Beschäftigungsverhältnis ein direkter Rückgriff auf tarifliche Entgelte nicht angezeigt ist.

Die Differenzierung nach U3, Ü3 und Inklusionskindern wurde belassen, um eine einmalig deutli­che Angleichung nach oben zu vermeiden.“

Diese Aussage zeigt, dass die Empfehlungen schlecht durchdacht sind. In Bayern wurden bereits 2017 3,7 Kinder von einer Fachkraft betreut – nicht 6.

(https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Soziales/KinderJugendhilfe/KindertageseinrichtungenPersonalschluessel5225409179004.pdf?__blob=publicationFile)

Eine Kindertagespflegeperson darf maximal 5 Kinder betreuen, in Wirklichkeit liegt auch dieser Betreuungsschlüssel bei ungefähr 1:3,7.

Im Falle eines nicht besetzten Plat­zes bekommt die Kindertagespflegeperson allerdings weniger Geld, die Kinderpflegerin in der Kita dagegen ihr volles Gehalt.

In Anbetracht der Tatsache, dass eine Kindertagespflegeperson somit mehr Kinder betreut und auch noch selbstständig ist, müsste der Betrag deutlich nach oben korrigiert werden.

Beim letzten Satz bin ich mir nicht sicher, ob er das bedeutet, was ich verstehe. Die aktuelle Empfehlung wurde belassen, weil sonst mehr bezahlt werden müsste? Es wäre fair die Beträge noch oben zu korrigieren, aber man macht es nicht, weil es sonst Geld kosten würde? Ich bitte um Erklärung.

Einen Punkt muss ich noch ansprechen. Die Buchungszeitenbegrenzung, die nur die Kindertagespflege betrifft. In den Kitas ist es ohne Nachweis möglich, ein Kind, für die von den Eltern gewünschte Stundenzahl anzumelden. Die Stunden werden gefördert. In der Kindertagespflege wird die Buchungszeit meist auf 25 Stunden in der Woche begrenzt, wenn die Eltern keinen höheren Bedarf nachweisen können. Für eine selbstständige Kindertagespflegeperson ist das ein sehr hohes Risiko. Ein Beispiel: Eine Familie bekommt ein 2. Kind. Die Mutter ist nun im Mutterschutz. Die geförderte Buchungszeit reduziert sich von 40 auf 25 Stunden. Die Kindertagespflegeperson hat somit einen großen Verdienstausfall (soweit die Eltern die restlichen Stunden nicht privat zahlen). Dem Eltern den Platz kündigen wäre zwar wirtschaftlich, aber nicht sozial.

Falls Sie sich jetzt fragen, warum die Kindertagespflegepersonen keinen Aufstand machen, wenn alles so ungerecht ist. Das kann ich Ihnen sagen. Wir sind völlig abhängig vom Wohlwollen der örtlichen Jugendhilfeträger und von der Regierung. Stellen wir unangenehme Fragen oder Forderungen, kann uns einfach die Pflegeerlaubnis entzogen werden oder es können Schwierigkeiten auftreten, die vorher nicht da waren. Ich habe mich schon einige male an das bayerische Landesjugendamt wenden müssen, weil ich am eigenen Leib erfahren musste, was mit Kindertagespflegepersonen passieren kann, die bessere Bedingungen fordern.

 

Zum Schluss noch ein Zitat von Judith Gerlach, Mitglied des Bayerischen Landtags:

Insgesamt ist festzuhalten, dass sich das Betätigungsfeld in der Kindertagespflege in den letzten Jahren erheblich gewandelt hat – von der größtenteils nebenberuflich für einen begrenzten Zeitraum ausgeübten Tätigkeit, hin zu einer immer professioneller werdenden Kinderbetreuung, welche auf die Erzielung eines auskömmlichen Einkommens Wert legt und langfristig ausgeübt wird. Der in § 23 Abs. 1 Nr. 2 SGB VIII verwen­dete Begriff „Anerkennungsbetrag“ erscheint daher nicht mehr zeitgemäß und sollte vom Bundesgesetzgeber geändert werden. Tatsächlich wurde der Begriff „Beitrag zur Anerkennung ihrer Förderleistung“ in gerichtlichen Entscheidungen zur Prüfung der Höhe der laufenden Geldleistung schon des Öfteren zu Lasten der Tagespersonen ausgelegt, mit der Begründung, dass der Bundesgesetzgeber hier „absichtlich“ nur von einem Anerkennungsbetrag und eben gerade nicht von einer existenzsichernden Vergütung sprechen würde.  

Der bayerische Gesetzgeber hat, um eine leistungsgerechte Förderung zu stärken, den sogenannten differenzierten Qualifizierungszuschlag für Tagespflegepersonen eingeführt. Mit dieser Möglichkeit kann die Bezahlung der Tagespflegepersonen differenziert und dadurch der breiten Palette von der beruflichen Tages­pflege bis zur eher ehrenamtlichen Tagespflege Rechnung getragen werden. Dieses Instrument wird aber wohl oft noch nicht vollumfänglich genutzt..“

Mit freundlichen Grüßen

Jennifer Hartmann

 

(Der Brief wird so oder ähnlich in den nächsten Tagen auch per Post und Email an die Verantwortlichen verschickt)

Sehr geehrte Frau Dr. Giffey, vielen Dank für Ihr Engagement. (Begleitschreiben)

Sehr geehrte Frau Dr. Giffey,

vielen Dank für Ihr Engagement.

Wir 44.000 Kindertagespflegepersonen freuen uns sehr,

dass Sie unsere Rahmenbedingungen verbessern wollen.

Das ist dringend nötig!

Wie sehr wir uns diese Verbesserungen wünschen, zeigen wir Ihnen mit diesem großen Puzzle. Kindertagespflegepersonen aus allen 16 Bundesländern haben sich an der Aktion beteiligt. Wir sind ein Teil der Betreuungslandschaft, wir sind viele und jede Kindertagespflegeperson ist unterschiedlich. Wir sind individuell und bieten jedem Kind einen Platz. Wir passen immer – für jeden gibt es das passende Puzzleteil.

Sie sehen auch viele Lücken – so sieht es aus, wenn die einzelnen Bundesländer sich nicht absprechen, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Es passt nicht zusammen und es entstehen Lücken. Wie in der Kindertagespflege. Es gibt Lücken und Differenzen, was z. B. die Bezahlung betrifft, diese schwankt zwischen ca. 2,20 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und über 7 Euro in Baden-Württemberg. Es gibt Lücken in Einhaltung des SGB VIII § 23 – in vielen Kommunen wird den Eltern für Ausfallzeiten der Kindertagespflegepersonen keine Vertretung gestellt oder die erkrankte Kindertagespflegeperson muss die Kosten für eine Vertretung selber tragen. Lücken gibt es in der Altersvorsorge, die schlichtweg nicht ausreichend möglich ist, oder in der Absicherung im Krankheitsfall – wir können uns nicht absichern und sind nur nebenberuflich bei den Krankenkassen eingestuft, weil wir nicht genug verdienen um die hauptberufliche Versicherung zahlen zu können. Lücken und Differenzen gibt es in der Ausbildung. Die Qualifikationskurse schwanken zwischen 100 Stunden und über 500 Stunden. Das alles sind große Probleme und Sie haben die Möglichkeit diese Lücken zu füllen und die Differenzen zu begleichen.

In ganz Deutschland wurden viele Urteile gefällt, weil viele Kindertagespflegepersonen sehr unglücklich mit der derzeitigen Situation sind. Oft wurde geurteilt, dass die laufende Geldleistung nicht auskömmlich sein muss – das sieht das SGB VIII nicht vor. So zuletzt in Leipzig vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Wir leben im Jahr 2018, 95 % von uns sind Frauen, wir retten viele Kommunen vor einer Klagewelle, wir arbeiten Vollzeit – teilweise sogar 24 Stunden am Tag, wir arbeiten nach dem örtlichen Bildungs- und Erziehungsplan, wir betreuen bis zu 5 Babys, Kleinkinder, Kindergarten- oder Schulkinder gleichzeitig – das hat eine auskömmliche Bezahlung verdient! Wir wollen nicht in die Altersarmut rutschen – aber das wird ein Großteil von uns, wenn wir in Zukunft nicht besser bezahlt werden.

Die Länderregierungen haben sich im Punkt Kindertagespflege auf das Konnexitätsprinzip geeinigt. Das heißt, dass die Kommunen in der Verantwortung stehen, die Rahmenbedingungen für die jeweilige Kommune zu gestalten. Daher existieren in jeder einzelnen Kommune andere Rahmenbedingungen. Um einen einheitlichen Rahmen für die Kindertagespflege zu schaffen, ist es sehr wichtig, dass dieses Konnexitätsprinzip in einigen Teilbereichen abgeschafft wird. Ein wichtiges Beispiel ist die Ausbildung, die im ganzen Land den gleichen Anforderungen standhalten sollte und grundlegende Arbeitsbedingungen.

„Warum die gesetzliche Rentenversicherung nicht ausreicht

Von Inge Losch-Engler, stellv. Bundesvorstand:

In dem Artikel von Marion von zur Gathen und Dr. Rudolf Martens wird deutlich dargestellt, dass die momentane Praxis der Altersvorsorge für Tagespflegepersonen („Fachkräfte in der Kindertagespflege“) nicht ausreichend ist.

Es kann nicht sein, dass eine Tagespflegeperson im Schnitt 393 Euro bzw. 236 Euro pro Monat Rente erwirtschaftet, wenn sie regelmäßig ihren Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Bei einem Durchschnittseinkommen von 4,50 Euro pro Stunde/Kind und bei einer Arbeitszeit von 160 Stunden, sowie der Betreuung von drei Kindern ist eine ausreichende Altersvorsorge über die Deutsche Rentenversicherung nicht gegeben.

Nur wenn die „Fachkräfte in der Kindertagespflege“ (Tagespflegepersonen) ein existenzsicherndes Einkommen erhalten, kann eine ausreichende Altersvorsorge erzielt werden. Es kann nicht angehen, dass Frauen, die einer beruflichen Tätigkeit in der Kindertagespflege nachgehen, im Rentenalter auf eine Grundsicherung angewiesen sind. Dennoch gibt es meines Erachtens Möglichkeiten, der Frauen-Altersarmut zu begegnen.

  1. Die Tagespflegepersonen bekommen die Möglichkeit zu wählen, ob sie in die gesetzliche oder private Altersvorsorge einzahlen.

  1. Der öffentliche Jugendhilfeträger erkennt die privaten Zahlungen in eine Altersvorsorge mit einem Nachweis (dies erfolgt auch bei der Erstattung der Krankenversicherungsbeiträge).

  1. Die Geldleistung muss bundesweit angeglichen werden und eine zusätzliche private Altersvorsorge ermöglichen. Dieses kann der Altersarmut, insbesondere der Frauen-Altersarmut, entgegen wirken. (Quelle: http://www.kitab-hannover.de/fileadmin/Downloads/info_Kindertagespflege_Oktober_2015.pdf)“

Uns ist bewusst, dass der Bund regelmäßig Programme anbietet, um die Qualität und auch die Rahmenbedingungen vor Ort zu verbessern. Leider kommen diese Fördergelder selten bei den Kindertagespflegepersonen an! Viele von uns haben gar keine Möglichkeit Fördergelder zu beantragen. Die Jugendhilfeträger unterstützen das oftmals nicht, informieren die Kindertagespflegepersonen nicht oder sind selbst nicht darüber informiert. Teilweise schließt auch das Bundesland in den Landesregelungen die Förderung der Kindertagespflege aus und leitet einige Fördergelder nur an Kindertagesstätten oder Großtagespflegestellen weiter (Bayern).

Wir brauchen also ein verpflichtendes Gesetz für alle!

Ein Gesetz, bei dem sich die Länder nicht aus der Verantwortung ziehen können. Ein großer und wichtiger Schritt ist, das Wort „Anerkennung“ im SGB VIII durch „Bezahlung“ zu ersetzen. Dass wir eine richtige und angemessene Bezahlung verdient haben, zeigen diverse Studien und der 5. Evaluationsbericht des Kifög. Die Qualität der Betreuung in der Kindertagespflege kann durchaus mit der in Kindertagesstätten verglichen werden und die Elternzufriedenheit ist in der Kindertagespflege sogar höher.

1. Die Eltern sind sehr zufrieden mit der Kindertagespflege

  • Eltern waren in der Regel zufrieden mit der Betreuungssituation. Dabei schnitt die Betreuung in der Kindertagespflege etwas besser ab als die Betreuung in Kindertageseinrichtungen.“(5. Evaluationsbericht des Kifög )

  • Ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot sollte nicht nur dem quantitativen Bedarf der Eltern mit Kindern unter drei Jahren entsprechen, es sollte auch ihren Ansprüchen an die Qualität genügen. Die Ergebnisse der Elternbefragung des DJI zeigen, dass Eltern mit den meisten Aspekten der Betreuung in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege persönlich zufrieden sind. Dabei schneidet die Kindertagespflege etwas besser ab als Kindertageseinrichtungen.“ (5.Evaluationsbericht des Kifög )

  • Insbesondere mit der Anzahl der Betreuungspersonen (Kindertageseinrichtungen: 74,8 Prozent, Kindertagespflege: 94,8 Prozent), der Größe der Gruppe (Kindertageseinrichtungen: 77,4 Prozent, Kindertagespflege: 93,1 Prozent) und den Aktivitäten und Lernangeboten (Kindertageseinrichtungen: 75,4 Prozent, Kindertagespflege: 83,7 Prozent) sind Eltern, die ihr Kind von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreuen lassen, häufiger zufrieden. Hier zeigt sich, dass die Charakteristika der Betreuung in der Kindertagespflege feste Bezugspersonen und kleine Gruppen, die eine individuelle Förderung der Kinder begünstigen den subjektiven Wünschen vieler Eltern entsprechen. Auch mit der Flexibilität der Betreuungssituation sind Eltern in der Kindertagespflege eher zufrieden (Kindertageseinrichtungen: 71,7 Prozent, Kindertagespflege: 82,9 Prozent).“ (5. Evaluationsbericht des Kifög )

2. Die Tätigkeitsmerkmale einer Kindertagespflegeperson und einer Erzieherin

unterscheiden sich in der Arbeit mit den Kindern nicht wesentlich von der Tätigkeit der ErzieherInnen. Leistungsvergütung Bundesverband  Sehr wohl haben KTPP noch weitere Aufgaben, die ein Erzieher nicht hat und die in der Kindertagespflege nicht vergütet werden: Fortbildungen, Dokumentation, Elterngespräche, Putzen, Waschen, Einkaufen, Kochen, Büroarbeit etc.

3. Die Qualität der Kindertagespflege ist durchaus mit der einer Krippe vergleichbar:

Die Qualität der pädagogischen Prozesse in der Kindertagespflege erwies sich nicht schlechter als die in den institutionellen Settings für unter Dreijährige (Krippe, altersgemischte Gruppen).“ (Quelle: Nubbek Studie)

Die hohe Elternzufriedenheit kommt nicht von ungefähr.

Wir bieten:

  • kleine Gruppen

  • eine feste Bezugsperson

  • ein familiäres Umfeld

  • Räumlichkeiten, die oftmals ein zu Hause sind

  • viele verschiedene Konzepte – für jeden ist das passende dabei

  • flexible Betreuungszeiten – viele von uns passen ihre Arbeitszeiten sehr individuell den Bedürfnissen der Familien an

  • wir betreuen Säuglinge, Kleinkinder, Kindergarten- und/oder Schulkinder(0-14 Jahre).

  • wir betreuen individuell und können auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder ein­gehen

  • einige von uns betreuen Schulkinder nach der Schule, machen Hausaufgaben in der Kleingruppe mit ihnen, bieten Rückzugsmöglichkeiten, Aktivitäten am Nachmittag und die Möglichkeit am Vereinsleben im Ort teilzunehmen, Freunde zu treffen, Kind zu sein.

  • im besten Falle haben wir auch eine Vertretung – das muss unbedingt flächendeckend der Fall sein!

  • die individuelle Suche nach Familien bzw. Kindertagespflegepersonen, nach den jeweiligen Vorstellungen, Wünschen und Anforderungen, führen zu sehr persönlichen, sympathischen und familiären Verhältnissen zwischen den Beteiligten.

Um weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Kinderbetreuung zu sein, brauchen wir:

1. Eine auskömmliche und existenzsichernde Bezahlung

Laut SGB VIII muss die Bezahlung leistungsgerecht sein, aber nicht auskömmlich. Die Kommunen schieben die Verantwortung auf den Bund, der Bund auf die Länder. Wir brauchen eine Änderung des SGB VIII, um eine gerechte Bezahlung zu gewährleisten. Eine sehr gute Ausführung, was eine gerechte und vor allem leistungsgerechte Bezah­lung beinhaltet, hat der Bundesverband für Kindertagespflege e. V. ausgearbeitet. „Warum brauchen wir ein Modell für die Bezahlung von Kindertagespflegepersonen? Der „Vater“ des SGB VIII, Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, liefert in seinem Gutachten zum Reformbedarf der Finanzierung der Kindertagesbetreuung die Antwort, indem er be­schreibt, was sich in den letzten Jahren geändert hat: „Die Kindertagespflege wurde mit Blick auf die Betreuung der unter Dreijährigen gesetzlich gerahmt und ebenfalls ausge­baut; sie lässt (…) ihre nachbarschaftlich-ehrenamtliche Herkunft hinter sich und bewegt sich immer deutlicher in Richtung auf eine existenzsichernde berufliche Tätigkeit der Kin­dertagespflegepersonen“. (Quelle: https://www.bvktp.de/files/bvktp-broschu__re_modell_zur_vergu__tung.pdf)

2. Gleichstellung zur Kita

Die Kindertagespflege wird häufig benachteiligt, wenn es um Fördergelder, Platzvergabe, Kosten für die Eltern und allgemeine Anerkennung geht. Derzeit kündigen viele Bundesländer an, dass die Kita-Plätze kostenfrei werden – oftmals ist die Kindertagespflege nicht inkludiert. Ein großer Nachteil für die Eltern, die die Kindertagespflege wählen. Mancherorts muss nachgewiesen werden, dass kein Krippenplatz verfügbar ist, um die Förderung für die Kindertagespflege erhalten zu können. Hier muss noch ganz viel passieren, damit die Situation für Eltern, Kinder und Kindertagespflegepersonen fair und den Kitas gleichgestellt wird. Das Wunsch- und Wahlrecht (SGB VIII §5) wird in vielen Kommunen mit „den Füßen getreten“. In der Praxis wird den Eltern meistens nicht die Wahl zwischen den verschiedenen Betreuungsformen ermöglicht. Unter anderem liegt dies an den in der Höhe extrem divergenten Landeszuschüsse, die die Kommunen für die verschiedenen Betreuungsformen erhalten.

3. Fördergelder

Kindertagespflege ist, laut SGB VIII, gleichrangig mit den institutionellen Betreuungsformen. Die Kindertagespflegepersonen müssen von den Fachberatern über die Möglichkeit von staatlichen Förderungen informiert werden. Selbstverständlich müssen die Fördergelder gleichermaßen für die Kindertagespflege und für die Kitas zur Verfügung stehen.

4. Qualifizierung

Da die Kindertagespflege seit Jahren als Beruf ausgeübt wird und eine gerechte Bezahlung fordert, brauchen wir auch eine qualifizierte Ausbildung. Derzeit ist das Curriculum vom DJI die höchste Qualifizierung, die für Kindertagespflegepersonen entwickelt wurde und angeboten wird. Wir fordern diese 300 Stunden als Mindestausbildung für Kindertagespflegepersonen. Unsere Forderungen und Formulierungen für das SGB VIII finden Sie hier: http://bvk-nrw.net/data/documents/Entwurf-zur-Novellierung-SGB_VIII.pdf

 

Um es mit den Worten von Charles Dickens zu sagen:

In der kleinen Welt, in welcher Kinder leben, gibt es nichts, dass so deutlich von ihnen erkannt und gefühlt wird, als Ungerechtigkeit“.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die obengenannten Lücken schließen und sich für annähernd einheitliche Rahmenbedingungen die Kindertagespflege betreffend einsetzen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

 

Bundesverfassungsgericht – wir kommen!

 Jetzt ist es soweit! Wir (bzw. eine Kollegin) haben die Chance vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen! Eine Kollegin würde für uns diesen Schritt gehen, wenn die Kosten gedeckt sind.
Laut Experten hat sie gewisse Chancen zu gewinnen! Wenn das so wäre, müsste das SGV VIII geändert werden und wir Kindertagespflegepersonen müssten hoffentlich endlich richtig bezahlt werden für unsere Arbeit! Das ist die beste Chance, die wir bisher hatten!
Hier haben 46.000 Leute unterschrieben, wenn jeder auch nur einen Euro spenden würde, hätten wir das Geld schnell beisammen. Wir brauchen also jeden einzelnen von euch!
Eine Klage wird mind. 5000 Euro kosten.
Spenden geht über tectum ganz einfach. Schnell registrieren (damit tectum weiß, wer gespendet hat) und per Paypal Geld überweisen.

„Gestern erreichte uns das Ergebnis der Vorabprüfung, in der es am Ende heißt:
Abschließend kann man zu den Erfolgsaussichten einer Verfassungsbeschwerde sagen, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg besteht, sofern das Bundesverfassungsgericht dem Ansatz folgt, dass die Kindertagespflege mehr als eine „ehrenamtliche“ Tätigkeit ist und die Vergütung daher außer Verhältnis zu dem persönlichen Einsatz der Tagespflegeperson steht.
Da fristgerecht innerhalb von vier Wochen (die Frist läuft seit Zustellung des schriftlichen Urteils) dem Gericht die vollständige Begründung vorliegen muss und sofort mit der Bearbeitung durch einen Fachjuristen begonnen werden müsste, ist jetzt eine Entscheidung zu treffen, ob dieser Weg gegangen werden soll. Die Klägerin wird diesen Schritt gehen, wenn genügend Spenden vor der entsprechenden Auftragserteilung eingegangen sind. Da die Zeit wirklich drängt, bitten wir alle Tagespflegepersonen und die Eltern der Tageskinder um eine großzügige Spende, um diese einmalige Chance für alle Tagespflegepersonen Deutschlands nutzen zu können.
Bitte streuen Sie diese Information so schnell wie möglich, damit der Rechtsanwältin der Auftrag erteilt werden kann, die Verfassungsbeschwerde zu veranlassen.“

Hier noch einmal die Konto-Nr. von tectum e.V.
Spendenkonto: Tectum e.V.
IBAN: DE86 7215 0000 0053 7299 01
BIC: BYLADEM1ING
Und auf der Überweisung den Zusatz nicht vergessen „Spende-tectum“

Jeder Euro zählt!

Hier der link zurbsezur von tectum und zur PayPal Spende:

https://tectum-ev.de/epages/239b2f5b-f6df-4e6c-a7da-d04d2608728a.mobile/de_DE/?ObjectPath=/Shops/239b2f5b-f6df-4e6c-a7da-d04d2608728a/Categories/Spenden1

Kindertagespflegepersonen aus Deutschland schließen sich zusammen

Am 17.3.18 war es soweit. Kindertagespflegepersonen aus ganz Deutschland trafen sich in Baunatal um über die Zukunft der Kindertagespflege zu diskutieren und um Forderungen für das jeweilige Bundesland zu formulieren. Das erste Treffen dieser Art war ein voller Erfolg. Die Vertreter der jeweiligen Bundesländer tauschten sich über die Bedingungen vor Ort aus und lösten so manches mal Entsetzen in der Runde aus. Die Bedingungen für die Kindertagespflegepersonen sind von Kommune zu Kommune schon sehr unterschiedlich, von Bundesland zu Bundesland klaffen sie noch mehr auseinander.

Auch die Punkte Qualifizierung/Ausbildung, Vertretung, Fördergelder, Zusammenschlüsse, Wunsch- und Wahlrecht der Eltern und Ausfallzeiten waren wichtige Themen und wurden ausführlich besprochen.

Diese riesigen Unterschiede in Bezahlung, Ausbildung und den generellen Arbeitsbedingungen schaffen eine große Unzufriedenheit unter den Kindertagespflegepersonen. Dieser Tag in Baunatal war der erste Schritt für die regelmäßigen Treffen der verschiedenen Bundesländer und hoffentlich auch der erste Schritt für eine Annäherung an einheitliche Bedingungen in ganz Deutschland. Die Kindertagespflegepersonen waren sich jedenfalls einig, dass sich etwas ändern muss, auf kommunaler, auf Landes- und auf Bundesebene.

Die ausformulierten Forderungen werden demnächst an die zuständige Landesregierung weitergereicht.

 

Wir sind ein wichtiger Teil der Kinderbetreuung

Familienministerin, Frau Giffey, plant gerade ihre zukünftigen Schritte bzgl. der Kinderbetreuung in Deutschland. Sie denkt über höhere Qualität und bessere Bezahlung der Erzieher nach. Genau jetzt ist es wichtig sie auf die Kindertagespflege aufmerksam zu machen und zwar bevor sie alles haargenau durchdacht und geplant hat. Sie muss die Kindertagespflege unbedingt in ihren Plan mit einbeziehen!

Wie stellen wir das am Besten an? – Wir haben einen Plan!

Wir stellen ein riesiges Puzzle zusammen!

Jeder von uns ist ein wichtiger Teil für Deutschland. Auf www.edumero.de/prod/81532 könnt ihr euch so viele Puzzleteile bestellen, wie ihr wollt – sie passen alle zusammen.

Bitte gestaltet sie in den Farben eures Bundeslandes – was ihr drauf malt, schreibt, gestaltet, ist eure Sache. Ein bayerisches Puzzle wird also blau-weiß gehalten, ein hessisches in rot-weiß, eins aus Nordrhein-Westfalen in grün-weiß-rot usw. Ihr könnt euch das Puzzleset mit Kollegen teilen oder auch alleine mehrere Teile gestalten – ganz wie ihr wollt! Jeder darf mitmachen. Die Kinder, die Eltern, die Kindertagespflegeperson selbst und alle Nachbarn, Freunde etc.

Diese fertig gestalteten Puzzleteile werden am Besten einmal zusammengesetzt und für uns fotografiert, wenn nötig ;). Das Foto wird dann mit dem Puzzle bis zum 25. April zusammen an

Momos Wiestekids

Auf der Riege 68

27367 Sottrum

verschickt. Kirsi Lindemann setzt dann das Puzzle mit hoffentlich ganz ganz vielen Teilen zusammen und macht ein großes Foto für Frau Giffey. Dann wird das Puzzle an Frau Giffey und an ihre Kollegen im Ministerium geschickt – das Foto in Plakatgröße dabei als Vorlage.

Schön ist es natürlich, wenn ihr euch mit euren Kollegen aus eurer Stadt oder sogar eurem Bundesland zusammen setzt und gemeinsam etwas plant – muss aber nicht sein. Die Versandkosten kann man sich aber auf jeden Fall teilen.

Wir zeigen der Regierung, dass wir viele sind, dass wir unverzichtbar sind und gute Arbeit leisten.

  • Kindertagespflege ist individuell – deshalb individuell gestaltete Puzzleteile.
  • Wir haben viele Facetten, für jeden ist das passende Teil dabei.
  • Wir passen immer – egal ob für kleine Kinder, Kindergartenkinder oder Schulkinder.
  • Wir halten zusammen, wie die Puzzleteile.
  • Die verschiedenen Bundesländer vernetzten sich.
  • Individualität, Flexibilität, Familiennähe, Bindung, Freunde, Lernen, Förderung, Spiel, Spaß, Geborgenheit – das sind alles Begriffe, die die Kindertagespflege prägen und sie gehören zusammen wie ein großes Puzzle

Ideen können gerne auf Facebook gepostet werden. Hashtag „PuzzleGiffey“

Die Kollegin braucht unsere Unterstützung! Jetzt seid ihr dran!

Wir dürfen unsere Kollegin nicht im Regen stehen lassen!

Im Januar wurde durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein niederschmetterndes Urteil für uns Kindertagespflegepersonen gefällt. Der „Betrag zur Anerkennung ihrer Förderungsleistung“ (nach Maßgabe von Absatz 2a,) muss nicht zum Leben reichen. Die Kommunen haben einen großen Beurteilungsspielraum und es ist gesetzeskonform, wenn die Kindertagespflegeperson nicht davon leben kann (http://www.bverwg.de/pm/2018/2)

Der nächste Schritt ist eine Klage an das Bundesverfassungsgericht.
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Lassen Sie uns nicht hängen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Lage der 44.000 Kindertagespflegepersonen in Deutschland ist mehr als brenzlig. Viele von uns haben Existenzängste und das aus gutem Grund. Die Politik der Länder und Kommunen erschwert uns unsere Arbeit dermaßen, dass eine Großzahl der Kindertagespflegepersonen oft nur noch um das Überleben in der Branche kämpft.

Viele Kindertagespflegepersonen in Deutschland können, trotz Vollzeitarbeit, nicht von ihrem Geld leben. Die Jugendämter zahlen zu wenig, weil sie uns nach der derzeitigen Gesetzeslage (SGB VIII § 23) nicht ausreichend bezahlen müssen.

Ende 2018 läuft die Sonderregelung mit den Krankenversicherungen aus, die es uns ermöglicht, trotz unserer vollberuflichen Tätigkeit, als nebenberuflich selbstständig bei der Krankenkasse eingestuft zu sein. Mehr Versicherungsbeiträge können sich viele von uns nicht leisten. Somit haben wir auch keinen Anspruch auf Krankengeld und Mutterschaftsgeld. Genug Gewinn um Rücklagen bilden zu können, haben die meisten von uns ebenfalls nicht. Wir wollen gerne hauptberuflich mit Anspruch auf Krankengeld versichert sein! Wir können es nur nicht bezahlen. Eine Vielzahl von Kindertagespflegepersonen wird also 2019 aufgeben müssen, wenn wir bis dahin nicht angemessen verdienen.

Die ungerechtfertigte Bevorzugung von Betreuungseinrichtungen macht vielen das Leben schwer. Krippen, Kindergärten und Ganztagsschulen haben oft Vorrang bei der Betreuung von Kindern. Während es kaum noch möglich ist, Schulkinder mit staatlicher Förderung zu betreuen, ist es in Ausnahmefällen noch möglich Kindergartenkinder zu betreuen. Gerade für Kinder unter 3 Jahre ist die Betreuung durch eine feste Bezugsperson, in einer Kleingruppe, individuell und flexibel und auch noch familiär sehr sinnvoll und gut! Leider bevorzugen die Kommunen oft die Kitas gegenüber der Kindertagespflege, was zur Folge hat, dass die Eltern einen Nachweis vorlegen müssen, dass kein Krippenplatz frei war, dass die Eltern viel höhere Beiträge zahlen müssen oder dass die Kindertagespflege gar nicht gefördert wird.

Wir brauchen hier dringend eine tatsächliche Gleichstellung! Wir bieten Kindern und ihren Familien in allen Bereichen eine altersgerechte Betreuung und Förderung. Die derzeitige Formulierung des SGB VIII lässt den Kommunen noch zu viel Spielraum.

Es ist so einfach eine qualitativ hochwertige, familienfreundliche, flexible, individuelle und kindgerechte Betreuung sicherzustellen – mit der Kindertagespflege! 

Wir ermöglichen den Eltern tatsächlich Familie und Beruf unter einem Hut zu bringen und bieten den Kindern gleichzeitig ein zweites zu Hause, in dem sie sich geborgen und sicher fühlen. Wir können die Kinder in der Kleingruppe so gut fördern und ihnen die Welt zeigen.

Wir brauchen Sie, damit wir diese Art der Betreuung

auch weiterhin anbieten können.

  • Setzen Sie bitte eine Untergrenze für die Bezahlung fest, damit alle Kindertagespflegepersonen bei einer Vollzeitarbeit von dieser Arbeit leben können (Der Bundesverband für Kindertagespflege e. V. Hat ein Modell dazu veröffentlicht)
  • Streichen Sie bitte das Wort „Anerkennung“ (der Förderleistung) aus dem SGB VIII § 23. Wir brauchen eine echte Bezahlung für unsere Arbeit.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass wir den Kitas , in Bezug auf Fördergelder, Elternbeiträge und Buchungszeiten gleichgestellt sind. Die Eltern müssen die Wahlfreiheit haben.

Bundesländer wie z. B. Baden-Württemberg oder Hamburg zeigen, dass es sehr wohl möglich ist die Kindertagespflege als gleichberechtigte Betreuungssform anzuerkennen und auch zu fördern. Das ist überall möglich!

Gerne sprechen wir mit Ihnen persönlich über unsere Probleme.

Die Spinne Lilo – ein wunderbares Buch

„Schau mal, wie schön! Siehst du die kleine Spinne? Das ist Lilo. Sie sitzt ganz oben an der Decke und beobachtet das Zimmer“

So fängt das Buch von Marion Klara Mazzaglia und Jennifer Straß an. Eine Spinne ist nicht hässlich, eklig oder widerlich, Spinnen sind schön! Zumindest in diesem Buch. Lilo ist eine kleine Spinne, die auf Entdeckungsreise geht. Vor Lilo muss wirklich niemand Angst haben, sie hat lila Haare und lila Schuhe, außerdem ist sie sehr sympathisch und liebenswert.

Auf ihrem Spaziergang trifft sie Max – ihren Menschenfreund auf dem Dreirad. Er nimmt sie auf die Hand, setzt sie auf seine Schulter und nimmt sie mit zum Spielplatz – wie man das eben mit Freunden so macht. Sehr schön finde ich, dass die Autorin beschreibt, wie sich die feinen Beinchen auf unserer Haus anfühlen. „Das kitzelt!“ Die feinen Haare von Lilo fühlen sich an wie kleine Bürsten!

Während Max im Sandkasten mit Sand spielt, baut sich Lilo ein Spinnennetz. Lilo erzählt, dass sie auch gerne an einem Faden von Blatt zu Blatt schaukelt und dass andere Tiere sie bewundern, weil sie so beweglich und geschickt ist.

So werden ganz nebenbei die wichtigsten Infos über Spinnen vermittelt. Sie haben 8 Beine, die Haare haben, sie bauen Spinnennetze und können sich am Faden hin- und herschwingen.

Auf ihrer Reise trifft sie andere Tiere, sie bewundert die Tautropfen auf ihrem Spinnennetz, sie hat Angst vor dem Igel, der ihr Netz aus Versehen kaputt macht, sie ist traurig und verärgert. Dann fasst sie neuen Mut und baut sich ein neues zu Hause.

Die Bilder in diesem Buch sind handgemalt und man sieht das sehr deutlich! Die Farben sind leuchtend und fröhlich. Das macht es zu einem ganz besonders schönem Buch! Die dicken Pappseiten sind auch für kleine Kinder gut geeignet und auf jeder Seite gibt es etwas zu entdecken. Die Texte pro Seite sind recht lang und ab Kindergartenalter sehr gut geeignet. Dieses Buch versucht Spinnen als schöne, geschickte, liebe und fleißige Tiere darzustellen und Kindern die Angst zu nehmen. Die freundliche Spinne Lilo kann ich, als jemand, der Angst vor Spinnen hat, sehr gut anschauen, ohne, dass ich Angst oder Ekel empfinde. Sie ist richtig süß und man schließt sie ins Herz.

„Manchmal, wenn wenn große Leute „Iiiieeeeh, eine Spinne!“ rufen, wird Max ganz traurig. Denn Lilo ist so lieb, fleißig und hübsch.“ […] „Mach es wie ich und beobachtet die kleinen Tiere“, ermutigt dich Max. „Vielleicht findest du dann auch so eine tolle Freundin wie die kleine Spinne Lolo!“

Hier gibt es das Buch zu kaufen: https://www.amazon.de/Kinderbuch-Pappbilderbuch-Die-Spinne-Lilo/dp/3944793633/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1516371649&sr=8-1&keywords=lilo+die+spinne

Studie des DJI – bitte mitmachen

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) führt in Zusammenarbeit mit dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft eine bundesweite Studie zur Kindertagespflege durch. Zwischen November 2017 und April 2018 werden etwa 1.500 Kindertagespflegepersonen und 600 Eltern befragt. Die Studie untersucht die aktuelle Betreuungssituation, geht auf die Zusammenarbeit mit den Eltern ein und fragt sowohl Kindertagespflegepersonen als auch Eltern nach ihren Einschätzungen, Bedürfnissen und Wünschen.

Über Jugendämter und Fachberatungen erhalten die Kindertagespflegepersonen detaillierte Informationen zur Studie und können dann ihr Interesse an einer Teilnahme direkt an infas zurückmelden. Eine Teilnahme an der Studie außerhalb dieses Vorgehens ist leider nicht möglich, Kindertagespflegepersonen können nur dann teilnehmen, wenn sie von dem für Sie zuständigen Jugendamt kontaktiert wurden. Um ein umfassendes Bild von dem Bildungs- und Betreuungsangebot in der Kindertagespflege zu erhalten, ist es wichtig, dass sich möglichst viele Tagespflegepersonen an der Studie beteiligen und die Einladungen ggf. auch an Eltern weiterleiten. Selbstverständlich ist eine Teilnahme an der Studie freiwillig, alle Angaben werden anonymisiert verarbeitet, alle gesetzlichen Bestimmungen bezüglich des Schutzes personenbezogener Daten werden eingehalten.

Kindertagespflegepersonen erhalten über das Jugendamt bzw. die Fachberatung Informationen zur Studie oder über www.infas.de/kindertagespflege